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Dieses kostenlose Hexen E-Book beschreibt Ausschnitte aus dem Leben einer Frau, die sich unter anderem Mutterhoff Dunkeltrotz nannte.

Die Menschen aus ihrem Umfeld erzählten sich, dass sie wohl eine echte Hexe gewesen war. Um so unwirklicher erscheint es, dass es tatsächlich diese alte Frau gab, die abgeschieden im Harz lebte, bis sie eines Tages spurlos verschwand. Ob sie schliesslich in ein Altenheim gebracht wurde oder sogar irgendwo im Wald verstarb, das konnte niemals geklärt werden.

Es waren wohl auch nur wenige Menschen, die sich dafür wirklich interessierten. In unserer heutigen Zeit scheint es ohnehin so zu sein, dass die schwachen und alten Menschen mehr als eine Last empfunden werden. Dabei sollten sie und ihr gesamtes Wohlergehen unser ganzer Stolz sein. Sie sind die Träger der Lebenserfahrung.

Die Stärke eines Volkes, sie bemisst sich an der Stärke seiner Schwachen, so heisst es doch. Mutterhoff Dunkeltrotz war in den Augen der Menschen offenbar eine Hexe, nur eine Verrückte, vor der man sich mehr fürchtete, als dass man versuchen würde, sie zu verstehen. Folgt man keiner Weltreligion und glaubt nicht ebenfalls an ein höheres, machtvolles Wesen, so ist man rasch verdächtig, wird diskriminiert und ist der Verfolgung ausgesetzt. Ich folge selbst auch keiner Religion und erlebe das ständig ebenfalls. Fast jeden Tag werde ich selbst von Gläubigen angesprochen, ich möge mich doch einer der populären Religionen anschliessen. Das nervt unglaublich. Erkläre ich meine Situation, dann werde ich entweder verachtet, gemieden, oder man ignoriert meine Position einfach, um mich dann doch immer wieder neu zum Glauben zu bekehren. Ich finde das nicht schön und respektlos.

Ich folge einem alten Weg. Das ist meine Entscheidung. Da hat sich in all den Jahrhunderten offenbar wenig geändert. Menschen wie Mutterhoff und ich, sie werden schon seit Ewigkeiten verfolgt und verachtet. Dabei folgen wir nur unserem Pfad des Lebens. Unser Sein ist dem realen Empfinden der Welt gewidmet. Wir fühlen, schmecken und riechen anders, kommen daher zu anderen Schlüssen, vertrauen anderen Inhalten des Lebens. So ist das nun einmal. 

Im Schatten dieser lärmenden und bunten Entwicklung leben heute noch wenige echte Hexen mit unter uns. Doch sie halten sich zurück und fristen ein eher unscheinbares Dasein. Ihre Aufgabe sehen sie darin, Wächter und Vermittler zwischen den Welten zu sein. Sie unterwerfen sich dabei einer faszinierenden Philosophie und einem strengen Reglement. Doch was ist eine Hexe überhaupt? In diesem Buch versuche ich Gedanken und Hexenwissen so wiederzugeben, so wie ich es als Gast bei jener vermeintlich echten Hexe selbst erfahren durfte.

Meine Zeit bei Mutterhoff Dunkeltrotz, sie war für mich nicht nur aufklärend und überaus lehrreich, sondern bis zum heutigen Tag bin ich mir selbst nicht sicher, ob diese Frau wirklich in dieser Art menschlich war, wie wir es verstehen. Denn was ist es, was uns Menschen ausmacht und was grenzt uns zu allem anderen ab? Diese Frage habe ich mir seit damals immer wieder stellen müssen. Ich habe diese ungewöhnliche Frau kennenlernen dürfen. Was für andere Menschen wohl eher ein leidiges Unterfangen war - für mich war es ein Privileg.

Doch lest selbst. http://dunkeltrotz.yberseh.de

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Inhaltsverzeichnis

  • Über Mutterhoff Dunkeltrotz

    Dieses kostenlose Hexen E-Book beschreibt Ausschnitte aus dem Leben einer Frau, die sich unter anderem Mutterhoff Dunkeltrotz nannte. Die Menschen aus ihrem Umfeld erzählten sich, dass sie wohl eine echte Hexe gewesen war. Um so unwirklicher erscheint es, dass es tatsächlich diese alte Frau gab,...

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  • Oma Dunkels Buch (1)

    Wir leben in wirklich seltsamen Zeiten. Während in weiten Teilen der Welt sich die Menschen voller Blutrunst zerfetzen oder in ihrem Elend verhungern, regt man sich hier bei uns, über glücklich lachende Kinder auf dem Spielplatz auf, oder man bekommt vor lauter Ärger einen Herzanfall, nur weil ein...

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  • Mutterhoff Dunkeltrotz (2)

    Erster Sonnentag im Lebendwerd 1997...Es ist ein wunderbarer Morgen. Die Vögel zwitschern laut und stecken voller blühendem Leben. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen dringen durch die frischen, grünen Blätterkronen der Bäume. Morgens ist es noch ziemlich frisch in dem Wald vor der Stadt, und...

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  • Birke Rindensaft (3)

    Erste Talbrise im Graumantel 1986...Die Tage verstreichen.Wochen und Monate vergehen.Ganze Jahre rauschen an Menschen vorbei.Doch nur die wenigsten von ihnen bemerken etwas ganz Entscheidendes:Sie haben die Möglichkeit, etwas auf ihrer Welt zu verändern, etwas Grosses zu tun und etwas zu...

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  • Ydiotis Kinderträne (4)

    Zweiter Rotmond im Blattfall 1987...»Wo Du bist, dorthin kann ich Dir nicht folgen. Selbst wenn ich es versuchte, so bin ich nicht in der Lage zu denken, was Du denkst, zu fühlen, was Du fühlst, und ich kann einfach nicht begreifen, was Du begreifst.« »Aber dennoch liebe ich Dich und danke Dir...

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  • Krautfrei Glattstein (5)

    Zweiter Trockenbach im Schillermonat 1990 Als ich noch ein Kind war, da erzählte mir meine Mutter einmal diese kleine Geschichte von einem kleinen Feuer. Ja, dem prinzipiell leblosen Feuer, sofern man davon ausgeht, dass Feuer stets nur ein totes und heisses Element dieser Welt ist. Auch wenn ich...

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  • Vagabunda Nimmerruh (6)

    Zweiter Trockenbach im Schillermonat 1991Überall bin ich und sehe ich mich selbst.Einmal fühle ich mich kalt an, einmal bin ich warm.Eine schlichtes Behältnis bin ich, ein Gefäss für Gefühle, Hass und Liebe. Ich bin die Helligkeit und die Dunkelheit. Obwohl ich überall schon da bin, werde ich...

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  • Lebenda Tränengras (7)

    Dritter Sonnentag im Lebendwerd 1993Wolkenverhangen sind sie, die Berge, weit entfernt, am Horizont.Gleich gewaltiger Riesen und in weisse Watte gehüllt, so liegen sie dort.Als würden sie schlummern, träumen von einer vergangenen Zeit.Auch ich bin in meine Träume versunken, die Gedanken sind...

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  • Ursula Freibank (8)

    Zweiter Sammeltag der Apfelzeit 1995Die Sonne verschwindet langsam hinter in den Bäumen und taucht den ganzen Wald in ein unwirkliches Licht.Ein ruhiger und eher besinnlicher Tag neigt sich seinem Ende. Ich bin müde. Gerade will ich mich ein wenig vor das Haus setzen, um die Ruhe und die...

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  • Angelos Wahrheitslieb (9)

    Vierter Nebeltag im Graumantel 1996Überall Finsternis, Dunkelheit und unendliche Schwärze.Lichtlosigkeit ist voller Geheimnisse und wilder Dämonen. Unsichtbare Augen überall, beobachten mich, Fratzen gaffen.Besorgt wende ich mich um, überall Schwärze, keine Hoffnung.Ich habe Angst, fürchte...

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  • Nachwort zum Buch (10)

    Ich lebe schon seit Ewigkeiten mit einem nicht religiösen Weltbild und bin eigentlich sehr zufrieden damit. So habe ich viele wirkliche Wunder erleben dürfen, Wunder, die anderen Menschen oftmals völlig und auf ewig verborgen bleiben. Den religiösen Institutionen meines Landes habe ich mit...

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