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Als Jan seine Augen öffnete, da befand er sich an einem hellen Ort.

Er hatte eigentlich eine Art Nichts erwartet.
Doch er lag nun an einem Ort, umgeben von gleissendem Licht.
Er war sich selbst bewusst.

Jan war in dem Körper eines Mannes erwacht, der noch älter war als jener, in dem er zuvor unterwegs war. Hier war er offensichtlich ein alter Mann, was ihn leise fluchen liess. Er hätte es viel lieber gehabt, endlich einmal in einem jungen, kräftigen Körper erwacht zu sein.

Benommen setzte sich Jan vorsichtig auf.
Seine Gelenke schmerzten und seine Haut war faltig.
Mit dem Verstreichen der Augenblicke, gewöhnten sich seine Augen an die Helligkeit.
Ein kühler Wind wehte ihm in das Gesicht.
Offenbar befand er sich im Freien.
Seine Hände fühlten kühles Gras.
Die Blätter raschelten im Wind. Man konnte sie kaum hören.
Doch sonst war es völlig still.
Jan atmete durch. Die Luft war sauber und frisch.

Wo war hier nur gelandet?

Er erinnerte sich an die seltsame Sphäre.
So wie es den Anschein hatte, befand er sich nicht mehr in ihr.
Er reiste auch nicht mehr.
Jan hatte keine Ahnung, wo er sich befand.

Nach einer Weile gewöhnten sich seine Augen an die Umgebung.
Er befand sich auf einer riesigen Wiese. Der Himmel schimmerte blau.
Nur wenige Wolken waren zu erkennen. In der Ferne erkannte Jan einen Waldrand. Sonst war hier nichts.

Um weiter sehen zu können, stand Jan auf.

Doch er sah nur noch mehr Wiese.

Jan ahnte, das sein Ruf des Narren zwar geglückt war, dieser ihm aber in diesem Erdäum wohl kaum Hilfe für seine Probleme erbringen würde. Hier war einfach nichts und niemand.

Jan fluchte erneut.
Dann machte er sich auf den Weg, zum entfernten Waldrand.

Nach einer Weile hatte er diesen erreicht.
Dort erkannte er zwischen den Baumreihen eine hohe Mauer. Er schritt sie eine ganze Weile lang ab, kam aber zu keinem Eingang oder einem Tor.
Der Xyral beschloss also, auf einen nahen Baum zu steigen und über die Mauer zu schauen. Vielleicht war es ihm sogar möglich, die Mauer von der Baumkrone aus, zu überwinden? Er wollte nichts unversucht lassen.

Es gestaltete sich für ihn recht mühsam, den Baum hinauf zu klettern. Immerhin war er nicht mehr der Jüngste.
Ja, als er noch jung war, da ging alles viel schneller und dynamischer.
Er schaffte es schliesslich aber doch, bis ganz nach oben und wagte einen Blick über die besagte Mauer. Allerdings gefiel ihm nicht, was er dort sah.

Hinter der hohen Mauer sah er eine weitere Wiese, die sich bis in den Horizont hinein erstreckte.

Jan war alles andere, als gut gelaunt.
Er schwitzte noch vom Aufstieg.
Diese ganze Schinderei, sie war völlig umsonst gewesen.
Eine unendlich weite Wiese, die hatte er bereits auf dieser Seite der Mauer. Also kletterte er wieder vom Baum herunter und verliess den Wald.

Als er schliesslich wieder auf jener Wiese stand, von der er zuvor gekommen war, sah er sich um und war ratlos.
Doch in nicht allzu weiter Ferne, da entdeckte er eine weisse Kugel, die durch die Luft flog.
Sie war vorher nicht dort gewesen.
Die Kugel näherte sich ihm.
Jan wartete ab, bis die Kugel ihn wirklich erreicht hatte.
Als sie bei ihm angekommen war, umflog sie ihn einige Mal.
Dann blieb sie plötzlich direkt vor seiner Nase in der Luft stehen.
Jan war irritiert und deutlich verunsichert. Was sollte er jetzt tun?

»Was willst du von mir? Was soll das alles?«, fragte er schließlich die Kugel und kam sich dabei schon ein wenig albern vor.

Die Kugel reagierte nicht.

»Na toll, das läuft ja wirklich super.«, brummte Jan leise vor sich hin.

Plötzlich zischte die Kugel in hoher Geschwindigkeit über die Wiese und stoppte in einiger Entfernung erneut abrupt.

Jan war erschrocken.
Was sollte das nur bedeuten?

Er folgte der Kugel in bekannter Art und Weise.

Als er bei ihr angekommen war, flog sie erneut eine kurze Strecke über die Wiese und schien wieder auf ihn zu warten.

Jan folgte ihr.

Auf diese Weise entfernte er sich immer weiter von dem Waldrand, bis er dieser Hinter dem Horizont verschwunden war.
Er wusste nicht ob es das Richtige war, dieser ominösen Kugel zu folgen. Doch welche Optionen hatte er sonst, unser guter, alter Jan?
So folgte er also diesem strahlenden Gebilde Kilometer, um Kilometer, über diese endlos weite Wiese.
Mit der Zeit bekam der alte Mann Durst und benötigte dringend eine Pause. Doch die Kugel nahm von seiner Schwäche keinerlei Notiz.

Nach einigen Stunden erkannte Jan in der Ferne eine dunkle Linie.

Nach weiteren Kilometern stand für ihn fest, es war ein neuer Waldrand.

Jan liess sich auf den Boden fallen und stöhnte.
Das Gras war schön kühl.
Seine Füße schmerzten. Die Knochen taten ihm weh.

Sollte er wirklich wieder in den Wald gehen?
Was war das alles nur für ein Irrsinn?

Offenbar war er tatsächlich extrem weit von seinen bekannten Erdäen entfernt. Das stand für ihn zweifelsfrei fest.
Nach einer Weile Ruhe im Gras, erhob er sich wieder und trottete unmotiviert in den Wald hinein.

Die weisse Kugel, sie folgte ihm nicht.
Sie blieb einfach in der Luft schweben und rührte sich nicht von der Stelle.
Ja, wie hätte es auch anders sein sollen.
Jan hatte es geahnt.

Auch in diesem Wald fand er eine schier endlos lange und hohe Mauer.
Jan war erst sprachlos, lachte dann aber laut auf und schüttelte seinen Kopf. Er setzte sich vor einen hohen Baum auf die Erde und überlegte sich, ob er diesen erklettern sollte, um wieder einen Blick zu wagen.
Jan senkte seinen Kopf und kämpfte innerlich mit sich.
Er liess seinen Speichel auf die Erde tropfen, um einen besseren Geschmack im Mund zu bekommen.
Plötzlich war es ihm, als hätte er diese Szene schon einmal erlebt.
Das war seltsam. Er beschloss plötzlich, einen Blick zu wagen.
Was sollte er auch sonst hier tun, als auf Bäume zu klettern und über weite Wesen zu spazieren?

Dieser Baum war noch schwerer zu erklimmen als jener, den er zuvor erklommen hatte.
Jan fluchte und ärgerte sich über seine Neugier.
Doch als er schliesslich oben auf der Krone des Baumes angekommen war, füllten sich seine müden Augen mit Tränen.
Er sah einige Bäume und hinter ihnen eine unendlich weit erscheinende Wiese.
Der gute Jan, er war verzweifelt.
Dabei hatte er nur helfen wollen.
Jetzt war er hier in einem Erdäum gefangen.
Das war eine Welt, die er nicht verstand.
Dieses Erdäum war so weit von seinem guten, alten Terra entfernt, dass ihn hier so gut wie nichts mehr, an seine gewohnte Umgebung erinnerte. Alles schien irgendwie anders und ganz seltsam zu sein. Wo waren nur die ganzen Menschen und andere Lebewesen geblieben, die es hier hätte geben müssen? Diese Welt war zudem voller Xyralum. Die Luft schien fast, wegen dem hohen Xyralumgehalt, zu pulsieren. Es war in diesem seltsamen Erdäum so stark konzentriert, dass es auch ganz normale Mensch hätten fast riechen können. Doch es gab leider keine hoch entwickelte Kultur, nicht einmal ein Anzeichen einer Stadt, einer Besiedlung oder auch nur einer Ruine.
Das einzige was es hier gab, das war diese hässliche Mauer.

Jan war frustriert.
Er wollte jetzt nur noch wieder von dem Baum wieder hinunter.
Doch gerade als er hinab steigen wollte, da fiel ihm etwas ins Auge, was nicht in die Umgebung passte: Dort auf der anderen Seite, da flatterte etwas an einem Baum im Wind. Es war ziemlich klein und so unscheinbar, dass er es fast übersehen hätte. Nur sehr schwer war zu erkennen, was es tatsächlich war. Doch mit ein wenig Konzentration und gutem Willen, da gelang es Jan schliesslich doch zu erkennen, was dort im Wind flatterte. Es war ein kleiner Fetzen aus Stoff von seiner Hose, den er wohl beim Abstieg vom ersten Baum verloren hatte.
Jan wusste jetzt nicht mehr, was er denken sollte.
Er befand sich auf einem Baum auf der anderen Seite jener Mauer, über die er vor Stunden geblickt hatte. Wie konnte das nur sein?
Hatte er tatsächlich das gesamte Erdäum umrundet?

Er stieg eiligst vom Baum hinunter und verliess den kleinen Wald.

Dort auf der Wiese, da schwebte er noch immer, der weisse Lichtall, dem er dieses ganze Ärgernis zu verdanken hatte.

Jan war inzwischen wütend.

Er lief zu der weissen Lichtkugel und schrie sie an: »Was soll dieser ganze Mist hier?! Willst du mich für blöd verlaufen? Ich brauche dringend Hilfe? Die Erdäen in meiner Heimat, sie drohen im Krieg zu versinken. Ich habe keine Zeit für solche albernen Spielereien!«

Doch die Kugel, sie schwebte weiterhin regungslos vor ihm in der Luft. Einfach nichts geschah.

Jan setzte sich in das weiche Gras und war völlig mutlos. Er konnte nicht verhindern, dass ihm Tränen das Gesicht hinunter liefen. Doch hier konnte ihn keiner sehen. Jan war alleine. Er war völlig fertig und wusste einfach nicht mehr weiter. Hier fand er offenbar tatsächlich keine Hilfe. Alleine kam er jedoch auch nicht mehr zurück. Er fühlte sich, als hätte er versagt.

Jan dachte plötzlich an Bina.
Was würde sie wohl gerade machen?
Ging es ihr gut?

Er wusste es einfach nicht. Zu weit war ihr Erdäum von diesem Ort entfernt. Auch bei ihr hatte er schändlich versagt. Jan wollte mit ihr zumindest über ihren Geist in Verbindung bleiben. So hatte er es ihr fest versprochen. Doch nun war er hier im Nirgendwo verschollen.
Kein Xyral vor ihm war so dumm gewesen, so weit in die Erdäen zu reisen.
Er war eben nur ein dummer, alter Mann.

Doch mit seinen Tränen, da kam auch die Entspannung.
Seine Gedanken schweiften ab und es war ihm, als würden sie behutsam in zwei warme Hände genommen werden.
Für Jan war dieses Gefühl völlig neu.
Er setzte daher ein wenig Xyralum ein, um den Effekt zu verstärken.
Je mehr er sich entspannte und sein Bewusstsein für das Xyralum öffnete, desto besser und stärker fühlte er sich.
Er öffnete seine Augen und versuchte diesen Zustand zu erhalten, ihn sogar noch weiter auszubauen.

Plötzlich erschien direkt vor ihm eine hohe Palme auf der Wiese.
Jan war darüber sehr erstaunt.
Er ging zu der Palme und berührte sie.
Ja, es war tatsächlich eine echte Palme.
Er schritt um sie herum und staunte.
Dann konzentrierte er sich weiter auf das Xyralum und sein Bewusstsein.
Er liess die gewaltigen Weiten dieser Wiesen auf sich einwirken.
Weitere Palmen erschienen, ein kleiner See und dann ein kleines Haus.
Jan konnte nun kaum genug davon bekommen.
Es hatte sich deutlich spürbar, etwas ungemein Machtvolles mit seinen Gedanken verbunden und hielt sie behutsam fest. Ohne sie würden seine Gedanken einfach wirr herum fliegen, als wären sie kleine, bunte Gummibälle.
Dann erschien in der Ferne plötzlich ein gewaltiges Bauwerk.
Es war eine Art orientalisch anmutender Palast mit eindrucksvollen Ausmassen und einer riesigen Kuppel. Parkähnliche Flächen bildeten sich um den Palast herum. Bunte Vögel flogen zwischen den Bäumen und Palmen umher. Tiere mit grossen Augen und buschigen Schwänzen, die Jan an Rehe erinnerten, tranken an dem glitzernden See, der ganz in seiner Nähe war.
Überall wuchsen ganze Teppiche aus bunten Blumen.
Grosse Schwärme Schmetterlinge tanzten über ihnen.
Jan drang ein feiner, lieblich süsser Duft in die Nase.
In der Ferne hörte man ein leises Saiteninstrument spielen.
Jan konnte er einige hell leuchtende Kugeln durch die Luft huschen sehen. Es waren ganze Schwärme von Orbs, die zwischen den Blumen und Bäumen herum tanzten.

Jan war angekommen.
Doch wo er eigentlich angekommen war? Das wusste er nicht.

Es war ein Traum, vielleicht eine Art Märchenlandschaft oder auch nur eine perfekte Illusion. Staunend sah sich der alte Mann um, bis sein Blick schliesslich wieder auf jene hell leuchtende Kugel fiel, die ihn hier an diesen Ort gebracht hatte.

Hatte sie das denn wirklich? War sie dafür verantwortlich?
Doch bevor Jan diese Fragen klären konnte, löste sie sich einfach in Luft auf und war verschwunden.
Jan war wieder alleine.
Vorsichtig näherte er sich dem riesigen Palast.
Hier gab es so viel, worüber man staunen konnte.
Es gab wundervolle Pflanzen und Tiere, von denen Jan noch nie zuvor gehört hatte. Immer wieder huschten dazu diese leuchtenden Bälle an ihm vorbei. Einige lösten sich einfach in Luft auf. Andere bildeten sich aus dem Nichts neu.
Der alte Xyral in Jan, er spürte eine enorme Konzentration Xyralum überall um sich herum. Konnte das wirklich im Sinne des Waagumals sein?
Doch was sollte er dagegen tun?
Es blieb ihm nicht viele andere Alternativen übrig, als dem schmalen Weg zum Palast zu folgen.
Als er schliesslich vor dem Tor ankam, flog erneut eine dieser hellen Kugeln dicht an ihn heran.
Sofort spürte er wieder, dass seine Gedanken behutsam gehalten wurden. Da war etwas in ihm, was ihm in diesem Meer an Xyralum half, nicht völlig zu versinken. Nur mit dieser Hilfe war es ihm überhaupt möglich, nicht mit der Zeit, dem Wahnsinn zu verfallen.
Jan wurde sich dieses Umstandes immer wieder bewusst, wenn ihm etwas von seiner Konzentration abhanden ging und er nachlässig wurde.
Dann erschien es ihm, als würde er regelrecht den Boden unter seinen Füssen verlieren und in eine endlose Tiefe hinab fallen.
Übelkeit stieg dann in ihm hoch. Kopfschmerzen fluteten seinen Geist.
Doch dann war zum Glück immer wieder dieses Etwas da, was seine Gedanken behutsam hielt und ihn damit den Boden unter seinen Füssen spüren liess.

Vor Jans Augen bildete sich nun ein grosser, fast schon monströser Tiger. Das war überhaupt nicht gut.
Jan bekam Angst.
Vor Raubtiere hatte er Respekt.
Doch da war sogleich wieder diese Kraft, und alles war sofort wieder gut.
Die helle Kugel löste sich langsam auf und verschwand.
Jan wurde von der ungewöhnlich grossen Raubkatze aufmerksam beobachtet.

»Hallo, Jan, nun bist du endlich angekommen. Fürchte dich nicht. Alles ist gut.«, schoss es Jan plötzlich in den Kopf.

Die Worte krachten ihm viel mehr in seinen Schädel.
Er musste sich seinen Kopf halten, so unerträglich laut waren diese Worte. Offenbar war es dieser beeindruckende Tiger gewesen, der zu ihm sprach. Es war eine Katze und der Stimme nach, ein weibliches Tier.

»Wir wissen, dass es sicher nicht leicht für dich ist, das alles hier zu begreifen. Doch es ist liegt in deiner Natur, es aushalten zu können. Du musst uns nur vertrauen.«, donnerten die nächsten Gedanken tief in seinen Kopf und schienen sein Gehirn regelrecht zum Vibrieren zu bringen.

Jan musste sich erneut seinen Kopf halten.
Er konzentrierte sich dann, so wie er es zuvor auch getan hatte.

»Deine Gedanken, sie fügen mir Schmerzen zu. Sie sind viel zu stark für mich.«, dachte er angestrengt und hoffte insgeheim, dass seine Gedanken von dem Tiger verstanden wurden.
Ein irrsinniger Plan war das. Doch vielleicht funktionierte seine Idee.

Der Tiger brüllte ein wenig auf.
Jan zuckte ängstlich zusammen.
Dann flog eine dieser hellen Kugeln herbei und stoppte direkt vor Jans Gesicht.
Sofort spürte er wieder, wie seien Gedanken festgehalten wurden.

»Ist es so besser, Jan?«, drang plötzlich eine fast schon zierliche Stimme zu ihm vor. Diese Stimme war unglaublich angenehm und nicht mehr zu laut. Man konnte sich regelrecht in sie verlieben.

Jan strahlte die grosse Raubkatze regelrecht an und dachte konzentriert: »Ja, so ist es doch gleich viel besser.«

Als Jan den großen Tiger dabei direkt ansah, musste er plötzlich an die Sphinx in Ägypten denken. War es möglich, dass die ägyptischen Gottheiten etwas mit dieser gewaltigen Katze in diesem Erdäum zu tun hatten?
Sicher gab es hier auch Löwen.

»So ist es, alter Mann.«, kam sofort die Antwort sanft in seinem Kopf an, »die Erdäen sind alle eins und nur durch das Xyralum von einander getrennt. Wenn man das Xyralum beherrscht, kann man sein Bewusstsein lenken, wohin es einem beliebt und in welche Zeit man möchte. Raum und Zeit sind eine Sache des Bewusstseins. Sie sind eine Stütze für das Ich der Menschen. Es gibt viele solcher Stützen, die uns eine materielle Welt vorspielen. Doch eigentlich gibt es nur das Bewusstsein und das Xyralum. Verliert man diese Stützen, so kann man zwischen greifbarer Realität und Vision nicht mehr unterscheiden. Dann droht das Ich in eine bodenlose Leere zu stürzen und sich in der Gesamtheit zu verlieren. Davor fürchten viele Menschen sich. So klammern sie sich an ihre Stützen und hoffen, niemals diesen Halt zu verlieren. Letztlich begnügen sie sich mit dem, was sie bereits haben und nutzen.«

Jan verstand, was dieses Wesen ihm mitzuteilen versuchte.
Auch hatte er selbst schon zeitweise diese bedrohliche Leere gespürt.
Er war ihr hilflos ausgeliefert gewesen.
Doch diese helle Kugel, sie hatte etwas mit ihm angestellt, was ihm neuen Halt gab.

»Was kann ich gegen diese Leere tun, will ich nicht in sie hinab stürzen?«, dachte er die Frage. Inzwischen fiel es ihm leichter, seine Gedanken zu formulieren.

»Dir einfach nur sicher sein, nicht hinab zu stürzen, Jan. Doch nun folge mir in das Haus der Vernunft. Wir alle wollen, dass du zu Kräften kommst und uns berichtest, was dir Sorgen bereitet. Es mag sein, dass wir helfen können. Immerhin hat es noch nie jemand von den äußeren Erdäen bis in unsere Nähe geschafft.«, bekam er sogleich die Antwort in seinen Kopf geschickt.
Jan verwirrte die Antwort ein wenig.
Er musste sich jedoch stark konzentrieren, dieses spirituelle Level überhaupt aufrecht erhalten zu können. Immer wieder schweiften seine Gedanken ab. Er bediente sich reichlich an dem Xyralum, was es hier in Hülle und Fülle gab.
Die große Raubkatze erhob sich und schritt durch das Tor in den Palast.
Jan folgte ihr, so gut er es konnte. Jedoch war das Tier enorm gross und er musste höllisch aufpassen, nicht unter die beeindruckenden Tatzen zu kommen.

Das Haus der Vernunft war atemberaubend schön ausgestattet. Überall hingen wundervolle Gobelins an den Wänden. Sagenhafte Statuen standen auf hohen Podesten.
Tatsächlich gab es weitere Raubkatzen in dem Palast. Sie waren alle wundervoll und beeindruckend gross.
Man konnte einige in den prächtigen Hallen sehen.
Dennoch war alles im Haus der Vernunft unglaublich friedvoll. Hier gab es keinerlei mürrisches Knurren, kein lautes Gebrüll und auch keine Reste von Kadaver auf dem Boden. Alles wirkte völlig rein und traumhaft schön.
Wir kamen in einen Raum, der freie Sicht auf die ganze Umgebung bot.
Man konnte in die Ferne blicken.
Eine beeindruckende Landschaft lag dem Haus der Vernunft zu Füssen.
Ein alter Gebirgszug umrandete ein weites Tal. Alles war saftig grün und reichlich gefüllt, mit buntem und artenreichem Leben.
Kleine Wasserfälle stürzten von den Bergen in das sagenhafte Tal hinab.

»Ich spüre, wie dein Herz lacht, mein Freund.«, umspielte eine sanfte Stimme mein erstauntes Gemüt, »Es ist wundervoll, dass dein Herz Glück empfindet. Doch gelingt es ihm auch, dieses Glück bis weit hinauf, in deinen Verstand zu pumpen? Nur das wirkliche Verstehen von Glück ist in der Lage, den weisen Verstand zu formen.«

Jan dreht sich zum Tiger.
Es war schwer für ihn, bei seinem Anblick die Ruhe zu bewahren.

»Wie kann man Glück verstehen, wenn man sich vor der Endlichkeit fürchtet? Es gibt so viele Erdäen, in denen die Menschen in einem Kerker der Furcht sitzen. Andere Gesellschaften, sie leben ohne Furcht vor der Endlichkeit und könnten das Glück verstehen. Doch sie wissen um die Möglichkeit, irgendwann in einem neuen Leben erwachen zu müssen, in dem diese Furcht das Leben bestimmt. Sie wollen das um jeden Preis vermeiden. Diese Gesellschaften wollen alle Erdäen vernichten, in denen die Menschen nicht weit genug entwickelt sind, eben nicht mehr im Kerker der Furcht zu sitzen. So hoffen sie auf diese Weise, nie wieder nach ihrem Tod in der Hölle der Angst erwachen zu müssen. Die niederen Erdäen, sie drohen in einem Krieg der Vernichtung zu versinken.«, erklärte Jan dem Tiger seine Überzeugung.

»Warum sehen die Xyrale noch tatenlos zu, wenn alles so geschehen sollte, wie du es schilderst? Es ist eigentlich ihre Aufgabe, das Waagumal zu schützen. Doch ich vermute, sie haben die Bedrohung unterschätzt. Der Drang nach dem wahren Verständnis und dem aufrichtigen Leben von Glück, er kann unglaublich machtvoll sein.«, meinte die Tigerin.

Jan war fasziniert von diesem Wesen.
Bevor er berichtet hatte, kannte die Tigerin bereits die Antwort.
Das wurde ihm schlagartig klar.

»Naya, Herr Jan. So ist mein Name. Man nennt mich Naya.«, flüsterte die Stimme sanft in seinem Kopf.

Offenbar hatte Naya geahnt, dass er die Frage nach ihrem Namen stellen wollte.

»Das Bewusstsein des Menschen, es ist eine sehr komplexe Sache. Das Waagumal zu schützen bedeutet weitaus mehr, als nur den Umgang mit dem Xyralum zu kontrollieren. Das Waagumal steht für das Gleichgewicht der Begehrlichkeiten. Etwas hat solche Begehrlichkeiten in Gesellschaften einzelner Erdäen geweckt. Es waren Gesellschaften, die noch nicht reif dafür waren. Menschen dürstet es nun nach Möglichkeiten, von deren Existenz sie eigentlich nichts wissen dürften. Durch sie ist der Drang nach dem wahren Verständnis erwacht. Das Verständnis können sie jedoch in einem einzigen Leben nicht erreichen. So ist es ihre Bestimmung, im Feuer des Begehrens zu sterben. Doch die Kontrolle über das Xyralum, sie lässt sie weiter ihr Leben leben. Nein, es ist keinesfalls ihr natürlicher Lebensdrang, der ihnen den Ansporn verleiht und sie voran treibt. Da hat jemand nachgeholfen. Jemand hat die Gesellschaften einzelner Erdäen mit privilegierten Informationen versorgt. Der Drang nach dem wahren Verständnis erwachte natürlich. Er bedrohte sie rasch und unbarmherzig, sich selbst zu vernichten. Dieser Jemand kam in den Augenblicken ihrer schlimmsten Not wieder. Er trat als Retter auf und verlieh ihnen die Macht über das Xyralum. Sie liebten ihn dafür. Ein Bündnis entstand und gebar als gemeinsames Kind, die Kontrolle über die Umbrae Mortis. Hier solltest du deine Suche beginnen, verehrter Herr Jan.«, erzählte Naya weiter.

Jan war sichtlich betroffen.

»Welche Kreatur mit privilegiertem Wissen und Macht über das Xyralum sollte so eine schändliche Tat begehen?«, fragte er.

»Du selbst hast beim Formulieren deiner Frage bereits an die Antwort gedacht. Es können nur die Xyrale selbst gewesen sein.«, antwortete Naya.

Der alte Jan war entsetzt.
Seine Augen brannten ihm.
Ihm Schlug das Herz, bis in den Hals hinauf.

»Das kann doch nicht sein...«, dachte er laut.

Naya näherte sich ihm vorsichtig.
Sie wollte ihm keine Angst bereiten.

»Es sind nicht nur einige Xyrale. Weitaus schlimmer ist es. Die Xyrale nahezu aller Erdäen, sie haben sich zu einer Gemeinschaft verbunden, um die Gesetze des Waagumals neu zu schreiben. Sie lehnen die Gesetze der Angst und die Gesellschaften der niederen Erdäen kategorisch ab. Es soll eine Föderation der hochentwickelten Erdäen gegründet werden, über die sie schließlich herrschen wollen. Die niederen Erdäen dienen ihnen als eine Art Weideland für das Xyralum, das sie für ihr sorgloses Leben und das Reisen in der Föderation benötigen. Das Grausamste an ihrem Plan ist jedoch, dass sie den niederen Erdäen derart viel Xyralum stehlen, dass diese niemals in der Föderation wiedergeboren werden können. So wird es eine Föderation geben, die ohne Angst vor der eigenen Endlichkeit lebt, hoch entwickelt und immer neu, ganz im Rahmen der Föderation, geboren wird. Ebenso wird es jedoch auch die niederen Erdäen geben, deren Gesellschaften zu einem Leben und der ewigen Wiedergeburt in Angst und spärlicher Zivilisation verdammt sind. Angst und Hoffnungslosigkeit werden immer wieder und wieder in sich selbst geboren werden.«, erzählte Naya ruhig weiter.

»Die Xyrale verurteilen die niederen Erdäen damit zu einer Ewigkeit in Angst und Schrecken. Sie beuten die Gesellschaften gnadenlos aus. Das ist nichts anderes, als eine brutale Versklavung.«, warf Jan entrüstet ein.

»Das mag wohl sein. Doch die Föderation ist noch nicht gebildet. Es besteht noch eine Chance, sie aufzuhalten. Nicht alle Xyrale sind darauf aus, der Förderation bei zu treten. Einige wissen nicht einmal davon. Doch es bleibt nicht mehr viel Zeit, die Förderation zu verhindern.«, meinte Naya leise.

Der alte Jan musste sich hinsetzen.
Die Reise, der lange Marsch über die Wiesen und die schlechten Neuigkeiten, sie hatten ihm stark zugesetzt.

»Doch wie soll man so ein mächtiges Bündnis verhindern? Die Angst vor dem Sterben und die Furcht vor der eigenen Endlichkeit, sie gehören zu den fundamentalen Kräften der menschlichen Gesellschaft. Sie sind die Quelle ihrer Religionen und die Glut all ihrer Hoffnung. Wir werden die hoch entwickelten Gesellschaften der Föderation niemals dazu überreden können, auf das Bündnis mit den Xyralen zu verzichten. Sie würden sich damit der Angst stellen und sie für sich akzeptieren müssen. Der Schaden ist bereits jetzt schon so gewaltig, dass sie sich selbst auslöschen müssten, um das Waagumal wieder herzustellen. Niemals wären sie dazu bereit.«, dachte Jan laut nach.

»Die Natur des Waagumals ist machtvoller, als die Xyrale es ahnen. Es wird das ganze Universum bewegen, um sich selbst zu schützen, sollte es diese unsinnige Föderation tatsächlich einmal geben. So würden Welten aufeinander treffen, von denen die Xyrale nicht einmal ahnen, dass es sie gibt. Ein Zeitalter des Chaos würde über das Sein der gesamten Menschheit aller Erdäen hereinbrechen. Das ist für niemanden von Nutzen und muss verhindert werden. Wenn die entwickelten Gesellschaften der Föderation nicht von selbst ihren Fehler einsehen wollen, dann werden wir einige Gesellschaften der niederen Erdäen mit privilegierten Informationen versorgen. Sie werden sich gegen das Joch der Versklavung wehren können. Sie werden die Föderation bekämpfen und zerschlagen. Da wir ihnen jedoch nicht die Macht über das Xyralum verleihen, sind diese Gesellschaften dem sicheren Untergang geweiht. Auf diese Weise stellen wir das sichere Waagumal wieder her. Wir sind gezwungen einige Gesellschaften zu opfern, um das Waagumal zu schützen.«, meinte Naya daraufhin unerwartet trocken.

Jan war betroffen. Immerhin ging es hier um Milliarden Menschen, die in in die Ungewissheit des Todes geschickt werden sollten.

»Ich verstehe, was du mir damit sagen willst. Du beschreibst damit die klassische Aufgabe eines Xyrals. Die Xyrale sind es, die das Waagumal schützen sollen. Das ist ihre Aufgabe im Sein. Schon immer war sie das. Doch welche Tragweite diese Aufgabe besitzt, war mir niemals so richtig klar. Wir opfern ganze Erdäen und löschen ganze Gesellschaften aus, nur um das Waagumal zu schützen? Das verlangt viel von den Xyralen.«, meinte er.

Naya trottete zur Aussichtsplattform.
Fast meinte Jan, sie wäre plötzlich kraftlos geworden.
Naya sah in das Tal hinunter und wirkte nachdenklich.

»Ihr Xyrale habt es einfach nur vergessen. Zu lange schon habt ihr Frieden zwischen den Erdäen leben dürfen. Müde und träge seid ihr Xyrale geworden. Es ist nicht verwunderlich, dass einige von euch plötzlich aufbegehren und mehr wollen, als nur zwischen den Erdäen zu reisen. So sind sie eben, die Menschen. Die Zeit der Ruhe und des Friedens, sie ist vorbei. Genau deshalb haben wir dich in unser Erdäum reisen lassen, gutmütiger Jan. Jetzt ist die Zeit gekommen, das Waagumal zu schützen. Immerhin bist du ein ganz besonderer Xyral. Im hohen Alter besitzt du noch die kindliche Phantasie, um zwischen den Erdäen reisen zu können. Nur wenige Xyrale können in einem so hohen Alter noch ihre Aufgabe wahrnehmen. Du jedoch, du kannst es noch, alter Mann. Deine grosser Erfahrungsschatz und deine Fähigkeiten als Xyral, sie werden jetzt gebraucht. Sie werden benötigt, um die Föderation zu verhindern oder sie zu zerstören, sollte es nicht schon zu spät sein. Du wirst alle der ursprünglichen Bestimmung treuen Xyrale vereinen müssen, um alle an die Föderation hoffnungslos verlorenen Kräfte deiner Zunft, besiegen zu können. Es wird deine Aufgabe sein, die hoch entwickelten Erdäen der Föderation in den Untergang zu führen. Ebenso wirst du die heldenhafte Taten der siegreichen, niederen Erdäen, die an deiner Seite kämpfen werden, mit ihrer Vernichtung belohnen müssen. Sie verfügen nach ihrem Sieg über zu viel privilegiertes Wissen, eine Macht, die sie von uns erhalten haben oder noch erhalten werden. Nachdem sie für das Waagumal siegreich waren, bedeutet dieses Wissen ihren Untergang. Alles das, alter Jan, wird deine Aufgabe sein. Denn die Aufgabe eines Xyrals ist es, das Waagumal um jeden Preis zu schützen. Hast du diese Aufgabe erfüllt, wird es wieder Frieden in den Erdäen der Menschheit geben.«, trug Naya ihm eindringlich vor.

Jan spürte deutlich, wie erregt Naya wirklich war.
Offenbar wusste sie gut, was sie hier von Jan verlangte.

»Niemals habe ich davon gehört, dass Xyrale ganze Gesellschaften in ihre Vernichtung führen mussten. Doch selbst im Erdäum Terra, aus dem ich stamme, erzählt man sich von einer alles vernichtenden Flut Gottes, die einmal die Menschen heimsuchte und die Menschen vernichtete. So scheint es mir, als könnte an dieser alten Geschichte doch ein wenig Wahrheit haften.«, sagte Jan und war erstaunlich ruhig.

Die Raubkatze blickte über ihre Schulter, zurück zu Jan.

»Es haftet die Wahrheit an vielen Dingen und an vielen Geschichten. Die Erdäen der Menschheit, sie sind noch jung. Doch es ist offenbar die Zeit gekommen, in denen sie endlich gesehen werden.«, flüsterte Naya und sah dann erneut in das Tal hinunter.

Jan verstand nicht wirklich, was Naya ihm damit sagen wollte. Doch es sollte irgendwann die Zeit kommen, in der sich die Antworten auch ihm boten, wie die reifen Früchte an den Bäumen in jenem Tal, das sich vor ihm prachtvoll erstreckte.

Immerhin verstand der alte Mann inzwischen ganz gut, warum dieser Palast als Haus der Vernunft bezeichnet wurde.
Jedenfalls hatte dieses Haus mit ihm, einen ersten Xyral offenbar zur Vernunft bringen können.
Jan wusste nun, was in den Erdäen seiner Heimat geschah.
Diese ominöse Föderation, sie war eine wirklich schreckliche Vision für ihn.
Doch er hatte hier offenbar endlich ein Erdäum gefunden, dessen Kreaturen ihn zu jenen Antworten brachten, die er so dringend gesucht hatte.

Er wollte den Frieden in seine Heimat bringen, aber nicht den Tod...

Inhaltsverzeichnis

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  • Ein Mann und kein Mann (6)

    Als Jan erwachte, war es draußen bereits hell. In dem kleinen Haus roch es bereits nach Frühstück. Bina war schon lange wach und deckte gerade den alten Holztisch. Jan setzte sich auf. Er hatte ein wenig Kopfschmerzen. Offenbar waren sie eine der Nachwirkungen des Tees vom Vorabend. Als er etwas...

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  • Der Feind im Nebel (7)

    Finsternis, sie hatte sich ausgebreitet. Die Schatten des Todes nahmen inzwischen die gesamte Strasse ein. Barados stand noch immer am Fenster. Er fühlte sich bedroht. Betroffen verfolgte er das grausame Schauspiel. Im Hintergrund versuchte der alte Karam ebenfalls an das Fenster zu gelangen....

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  • In der Falle (8)

    Alles war ruhig, als Bina mit den drei Burschen aus dem Dorf bei der Hütte ankam. Ihren angeschlagenen Peiniger, den schleppten die beiden Freunde von Naham noch immer mit sich. Da der unwissende Jan noch immer ohnmächtig war, wusste nur Bina von der Möglichkeit, dass lauernde Umbrae Mortis auf...

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  • Das Haus der Vernunft (9)

    Als Jan seine Augen öffnete, da befand er sich an einem hellen Ort. Er hatte eigentlich eine Art Nichts erwartet.Doch er lag nun an einem Ort, umgeben von gleissendem Licht.Er war sich selbst bewusst. Jan war in dem Körper eines Mannes erwacht, der noch älter war als jener, in dem er zuvor...

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  • Der Feind in Terra (10)

    Als Marsha ihre Augen öffnete, sah sie sich sich unsicher um. Es war kalt. Sie fror. Marsha lag auf einem Rasen. Der Nebel war auf seinen schmalen Blättern zu Morgenreif erstarrt. Neben ihr lag Püppi auf dem Boden und leckte sich andächtig seine Pfoten. Offenbar war die junge Frau nach ihrer...

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  • Das Licht der Hoffnung (11)

    Jan hatte einige Tage im Haus der Vernunft bei Naya verbracht. Die große Raubkatze hatte ihm sehr viele ihrer Gedanken übertragen. Aber dennoch erschien alles im Haus der Vernunft unendlich friedvoll und angenehm. Es gab an diesem Ort auch einige andere Raubkatzen. Doch inzwischen hatte Jan...

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  • Esgana Cão (12)

    Als der Morgen in Berlin anbrach, war es Memba, die zuerst erwachte. Neben ihr lag Marani und schlief noch fest. Da es nicht sonderlich dunkel im Zimmer war, konnte sie ihn recht gut neben sich erkennen. Sie beobachtete den schlafenden Mann eine Weile. Er gefiel ihr ausgesprochen gut. Hier in...

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  • Bina in Not (13)

    Bina wusste nicht, was sie tun sollte. Der Morgen war inzwischen heran gebrochen. Einige Vögel zwitscherten im Wald. Die beiden unheimlichen Männer standen noch immer vor ihrem Haus und wollten den unwissenden Jan sprechen. Viel wahrscheinlicher war es jedoch, dass sie ihn nur töten wollten.»Ich...

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  • Im Sinne d. Waagumals (14)

    Die U-Bahn war fast leer. Das war gut so. Wäre sie voll gewesen, hätte die kleine Gruppe sie wegen Püppi nicht nehmen können. Große Hunde in vollen U-Bahnen waren ein Problem, hatten man für sie keinen Maulkorb dabei. Da half es auch nicht, für sie einen ermässigten Fahrschein zu besitzen. Die...

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  • Ohne Ausweg (15)

    Obwohl es auf dem zugigen Bahnsteig ziemlich eng war, hatten die Männer sie schon bald eingekreist. Püppi bellte. Marsha konnte ihn kaum halten. Memba sah sich panisch um. Marani versuchte Tina zu schützen. Dann fasste einer der Männer Memba an der Schulter an. Sie dreht sich um und schlug gekonnt zu. Der...

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  • Der Sonnenaufgang (16)

    Es war weit nach Mitternacht, als Bina meinte, dass die Umbrae Mortis wohl wieder wieder fort wären. Die Schatten waren nicht in das Haus gelangt. Sie hatten offenbar Glück gehabt. Auch schwebte das Licht der Hoffnung völlig ruhig in der Luft und war mehr nur noch zu erahnen, als dass man es sehen...

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