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»Was ist es nur, was uns das Licht so schön erscheinen lässt?«

»Es ist die Dunkelheit, mein Herr. Es ist die Dunkelheit.«

Während sie antwortete, fielen schwarzen Locken über ihr mädchenhaftes Gesicht. Sie hatte wunderbar grüne Augen, die sich glänzend von ihrem brünetten Haar abhoben. Wie zwei grosse Smaragde leuchteten sie ihn an, während er über ihre Worte nachdachte. Er hatte nicht mit so einer Antwort gerechnet und wusste nicht, ob er entsetzt und aufgebracht sein sollte, oder diese junge Frau einfach nur ein törichtes Dienstmädchen war, das einfach nicht wusste, was es sagte.
Doch das tat sie, und wie sie das tat.


»Herr, ihr seid ein gläubiger Mensch und in den hellen Strahlen eures Gottes gefangen. Um frei zu sein, müsst ihr das Licht hinter euch lassen und euch von  dem Licht, in die Dunkelheit begeben. Nur auf diese Weise könnt ihr verstehen, wieviel die Dunkelheit den Menschen bedeutet.«

»Was bildest du dir ein, du dummes Ding, mit mir auf diese Art zu sprechen?!«, entsetzte er sich.

»Ihr hattet mich gefragt, mein Herr, und ich habe nur geantwortet.« Sie wollte sich schon umwenden, um den Raum zu verlassen, als er sie jedoch erneut anrief.

»Bleibt. Ich war ungerecht. Es ist ein Frevel an unserem allmächtigen Gott, die Dunkelheit zu lieben und zu ehren. Ihr werdet meine Wut sicher verstehen, Kind.«

»Nein, ich verstehe sie nicht, mein Herr.« Ihre grünen Augen strahlten ihn freundlich und wach an. Sie war jung und eine wirklich unglaubliche Schönheit, und das wusste sie nur zu gut.

»Ja, ich vergass für einen Augenblick, daß du nur ein törichtes Dienstmädchen aus einfachem Haus bist. Wie kannst du auch wissen, dass nur das Böse und die Pest in der Dunkelheit zu finden ist?«

»Auch wenn ich nur ein einfaches Dienstmädchen bin, so scheint die Sonne wohl auch für mich, ebenso wie für den Mond, der die buntesten Blumen auf den Wiesen grau werden lässt. Ohne die Sonne kann er das nicht. Doch wenn nur das Böse in der Dunkelheit zu finden ist, so frage ich mich, warum Gott nicht ebenso dort zu finden ist. Fürchtet er sich womöglich selbst vor der Dunkelheit? Ist er dann wirklich allmächtig, wenn er sich fürchtet?«

Diese Frage behagte ihm nicht. Er kratzt sich an seinem rechten Ohr, während er zur alten Standuhr in der Ecke sah, deren langer Pendel erhaben ausschlug.

»Gott fürchtet nichts und niemanden. Es ist vermessen und lästerlich, anders zu denken. Doch er hat uns das Licht geschenkt, damit wir nicht ständig von dem Bösen versucht werden. Das Böse meidet das Licht, wie du wissen solltest, Mädchen.«

»Dann werden häßliche Kriege nur in der Nacht geführt, und Böses geschieht nur in der Dunkelheit, mein Herr? Ist das wirklich so? Soll ich das wirklich so glauben? Mir scheint nicht...«

»Natürlich nicht, mein Kind. Gott will uns alle damit doch nur prüfen. Das ganze Leben ist eine Prüfung für uns, eine Prüfung Gottes.« Er bemerkte, wie sein Blick auf ihren wohlgeformten Brüsten einen Augenblick verweilte, die augenscheinlich sehr gegen die Enge ihres Gewandes zu kämpfen hatten. Er empfand diese Enge in diesem Augenblick, als eine regelrechte Schande und versuchte sich vorzustellen, wie ihre Brustwarzen wohl aussehen mochten. Es erschien ihm unmöglich zu sein, dass sie klein und zierlich waren, bei so einer rassigen und wilden Frau.

»So will uns das Böse stets in Versuchung bringen, und der allmächtige Gott uns also alle prüfen? Ich versteh das nicht und entschuldige mich dafür aufrichtig. Doch ich würde es wohl eher vorziehen, in den Weiten der Finsternis versucht, als im begrenzten Licht, mit viel Leid und Schrecken, geprüft zu werden. Warum lässt uns Gott so sehr leiden und stellt dieses Leid auch noch gut ausgeleuchtet in der Dunkelheit aus, mein Herr? Es scheint mir fast, er ist stolz auf diese Schrecken und die Qualen seiner Geschöpfe.«

Sie hatte natürlich seine nicht minder gierigen Blicke auf ihren Busen bemerkt und genoss es ein wenig, von ihrem Herrn begehrt zu werden. Niemals hätte sie sich ihm jedoch hingegeben oder ihm auch nur den Anblick ihrer Nacktheit geschenkt. Doch sie mochte Männer, die sich im grellen Licht, ihrer bubenhaften Ängstlichkeit hingaben. Für sie jedoch, für sie hatte das Licht nur eine sehr nebensächliche Bedeutung. Sie war ein Kind der Nacht, in ihren Adern floss schwarzes Blut, und ihre finstere Anmut ließ sie in jedem noch so kleinsten Schatten, zu einer exotischen Schönheit erblühen.

"Da, siehe nun selbst, mein Kind! Du hast nicht die geringste Ahnung von der Philosophie Gottes. Wir leben in dem Licht, das der Allmächtige uns geschenkt hat, in einem Universum der Finsternis, das von dem prächtigen Königreich Gottes umgeben ist, welches auf purem Licht und Güte gegründet wurde. Wir werden alle irgendwann einmal zu seinem Licht, zu einem Licht in der Dunkelheit des Seins. Kannst Du das wirklich nicht verstehen, du dummes Ding?« Er war erregt, schwitzte plötzlich und sein Mund war trocken.

Sie deutete leicht an, sich mit ihrer Zunge sinnlich über die samtenen Lippen zu lecken, während sie ihn mit ihren grünen Augen fast schon frech ansah. Sie spürte deutlich das Knistern zwischen ihnen. Die junge Frau konnte seine Gier nach ihrem Körper fast schon riechen und zupfte ein wenig verspielt an den Bändern ihres dünnen Oberteils. Seit ihrer Kindheit war sie jener Welt zugetan, die von den Herrschaften Gottes gemieden wurden, weil sie dem Licht ihres Herrn widersprachen. Die Nacht jedoch, sie ließ das arme Dienstmädchen jedoch immer wieder zu einer wahren Königin erblühen. Sie wandelte und spielte in den Gärten, die durch den Mondschein ergraut worden waren. Ihre Puppen, sie lachten nie, waren niemals warm und kuschelig. Nein, ihre Gefährten waren stets die kalten Monster aus Stein, jene Gargoyles in den Lustgärten der Herrschaften, deren Kälte und schrecklichen Grimassen in der Dunkelheit, stets zu ihrem ganz eigenen Leben erwachten.

»Ja, mein Herr, ich bin sehr wohl schrecklich dumm und verstehe nicht viel von dem, was ihr mir hier erzählt. Doch wozu ist alles dieses Licht nur so wichtig, um darauf ganze Paläste zu errichten? Ist es nicht so, daß es uns in die Versuchung bringt, unseren Ängsten zu entfliehen? Es gaukelt uns nur eine wahrhaft scheinbare Sicherheit vor? Hat das Licht und das göttliche Brimborium uns dann erst einmal für sich eingefangen, werden wir immer wieder und wieder durch Gott geprüft. Es sind Prüfungen, die oft eher einer Art Folter gleichen. Gott sitzt dabei wie eine Spinne in seinem Palast und ergötzt sich daran. Fast erscheint es mir so, mein Herr, als würde er gierig danach sein, uns alle schrecklich leiden zu sehen. Warum leuchtet er das viele Leid sonst so sehr mit seinem Licht aus?«

Er lachte laut auf, empfand sie naiv und pöbelhaft, und sein Lachen schallte in dem großen Raum, als würde ein großes Untier tief grollen und in wütendes Bellen verfallen.

Sie empfand plötzlich Angst, wich ein wenig zurück. Ihr junges Mädchenherz krampfte sich kurz zusammen. Sein Gesicht war gut ausgeleuchtet. Die Gier nach ihrem Körper, sie war bei ihm augenblicklich purer Boshaftigkeit gewichen. Er widerte sie plötzlich an.

»Du lästerst Gott, du albernes Geschöpf. Ich dulde das nicht in meinem Haus!«, fuhr er sie laut an.

Der Raum war ihr plötzlich zu hell. Kein kleiner Schatten war ihr mehr zugetan, oder in der Nähe auszumachen. Ängstlich wich sie weiter zurück. Wütend kam er nun auf sie zu und griff ihr grob und gefährlich an den zierlichen Hals. Er würgte sie. Dabei fiel sein Schatten auf ihr Gesicht, und gab ihr atemberaubendes Antlitz wieder ein klein wenig frei. Die Wut wich sofort aus seinen Augen. Er drehte die junge Frau ein wenig im Raum herum. Sein Schatten blieb zurück, und ihr Gesicht wurde plötzlich wieder ausgeleuchtet. Sofort kam auch die Wut zurück und mit ihr, wurde auch der Griff des Mannes wieder stärker. Sie keuchte nach Luft, wurde schwach.

»Du kleine Hure! Ich werde Dir zeigen was es bedeutet, in meinem Haus Gott zu lästern.«, schrie er sie an, als wäre er wie von Sinnen. Er warf sie mit grosser Wucht brutal quer durch den Raum in eine dunkle Ecke hinein. Doch dann, als er sich ihr wieder zuwenden wollte, erkannte er im kraftvollen Dunkel des Schattens, das wirre, schwarze Haar des Mädchens. Ihre lockigen Haare hatten sich prächtig über den zierlichen Kopf gelegt, während ihr Gesicht nach unten gewandt war, um zitternd Schutz zu suchen. Er hörte ihr Keuchen, und es erschien ihm plötzlich ungemein sinnlich. Im düsteren Grau der Ecke, dort wirkte ihre Gestalt viel zerbrechlicher, und die Haut auf ihrem schmalen Nacken, sie schimmerte ungemein seidig. Er hielt augenblicklich inne. »Was war das nur, für eine teuflische Magie, die hier wirkt?«, so dachte er sich.

Langsam drehte sie ihm ihr Gesicht zu, und das Gesicht einer wilden Schönheit nahm ihn augenblicklich gefangen. Sein Mund war halb geöffnet. Sein Atem ging laut und stoßend. Die junge Frau stand langsam auf, und gewährte ihm dabei einen dezenten Blick auf ihr ansprechendes Dekolleté. Er war völlig verwirrt, fast schon raffiniert verzaubert. In der Dunkelheit erschien ihm dieses Dienstmädchen, als wäre es eine herausfordernde Amazone der Nacht. Ihre Schönheit war fesselnd, und er konnte sich ihr nicht entziehen. Sah er sie an, wollte er sie einfach nur für sich haben. War dieses alles nur ein Werk des Teufels?

Sie lächelte ihn sanft an und hielt ihn mit ihrem grünen Feuer in den Augen gekonnt gefangen. Wieder war die Geilheit in ihm entflammt, die unermüdlich fordernde Gier, diesen weiblichen Körper genießen und besitzen zu können. Während sie langsam den Raum durchquerte, folgten seine lüsternen Blicke ihrer Weiblichkeit auf Schritt und Tritt. Keinen Augenblick liess er von ihr ab, und er spürte die Flamme der Leidenschaft in sich brennen.

Sie jedoch, immer wieder löschte sie Kerzen auf ihrem Weg zur großen Tür. Der Raum verfinstert sich allmählich.

Er folgte ihr langsam durch den Raum fast so, als wäre sie Geist.

»Es war nicht so gemeint. Entschuldige. Ich wußte nicht, was ich tat. Dazu hatte ich kein Recht.«, stammelte er dabei vor sich hin und dachte dabei nur noch an ihrem Körper. Ihr wacher Blick folgt ihm. Sie nickt langsam, spürte dabei sein Begehren durch die Kleider, bis auf die Haut. Nur das herunter gebrannte Kaminfeuer, es erhellte den Raum jetzt noch ein wenig. Immer wieder blickte er an ihrem Körper hinab. Sie spürte, wie seine Blicke immer fordernder wurden. Dann öffnete sie vorsichtig die schwere Holztür hinter ihrem Rücken. Sie drehte sich um. Plötzlich spürte sie ihn an ihrem Rücken. Seine Finger griffen ihr an die Seite, an ihre Oberschenkel, suchten hektisch nach Haut. Sie stöhnte laut auf, war auf diesen schweren Körper nicht gefaßt gewesen. Er drängt sie gegen die Tür. Sein Atem ging stossweise. Seine Finger drangen unwirsch und hektisch bis zu ihrer Scham vor. Doch die Tür, sie war schon leicht geöffnet. Sie presste kraftvoll die Luft aus ihrem Brustkorb. Ein tiefes und gefährliches Knurren entwich ihrem sinnlichen Mund.  Es war ein erstaunliches, unwirkliches Geräusch, als wäre nicht von dieser Welt. Augenblicklich liess er von ihr ab und wich erschrocken zurück. Er sah sie mit aufgerissenen Augen an. Schon war sie durch die Tür, nach draussen entschlüpft. Das schwere Holz der Tür, es fiel krachend in das alte Schloss.

Inhaltsverzeichnis

  • Manege (232)

    Was die Welt erwartet. Gelöst und ausgelassen sein, mit einer verzogenen, breiten Lächelgrimasse im duftenden Metropolengesicht. Das fragile Lebenskonstrukt in einer Problemlosigkeit skandierenden Welt, es wird als Erfolg bejubelt. Überkrass offen parlierend und groteske Albernheit scheinen allerorts vorausgesetzt. Flotte Sprüche werden gerne gehört und flutschig eingefettet. Sie wirken obszön....

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  • Herbstgeschichte (422)

    Leere am Abend. Sprachlos, wortlos und mit Trauer in mir, so sitze ich einfach nur da. Dunkelheit umgibt mich. Dabei ist es noch früh. Das Fenster ist gekippt. Ich habe den Kopf gesenkt und höre auf das leise Rauschen des Windes. Der erste Herbstwind ist es, der mir seinen Besuch abstattet. Er erinnert mich an meine Heimat. Schon als Kind habe ich diesen feinen Gesang des Windes geliebt. Nahe an...

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  • Nondra, die Erde dreht sich nicht... (492)

    Wer jagt wen? Unsere Ahnen berichteten uns davon. Ist es die Sonne, die den Mond jagt? Vielleicht ist auch der Mond, der jeden Tag die Sonne verfolgt.  Wie dem auch sei, auch wir Menschen erleben ganz offensichtlich täglich eine derartige Hatz. So sind wir dem ewigen Wechsel zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit ausgesetzt. Wir sind wiederholt wach, und wir schlafen ebenfalls wiederholt....

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  • Das Ding (753)

    Der Geist des Todes, umhüllt von Titan und Stahl, in den Tiefen der See. Kleine Fische, sie meiden den Ort, fürchten das quälende Echo der Schreie. Eine Hülle aus leuchtenden Farben, sie mögen ein Symbol sein, für das versiegende Feuer des Lebens. So liegt es dort einfach nur, dieses Ding, ganz weit unten auf dem Grund des Meeres. Längst sind sie verstummt, die verzweifelten Schreie. Verflogen...

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  • Die Fingerspitzenarena (2397)

    Emotionen in nur wenige Zeichen verpackt. Der ganzen Welt die Welt in Canapés servieren. Glück, Sehnsucht und Traurigkeit werden kontinuierlich und pausenlos in Zeilen geschichtet. Kurze Filme, bunte Bilder und Kompositionen so vieler Menschen, die sich nahe und zugleich fern sind, rauschen an mir vorbei. Eine Plattform ohne Grenzen erwartet mich, man erwartet mich, zu jeder Zeit und an jedem...

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  • Leere (2553)

    Martin ist ein eher sehr weicher und freundlicher Mensch. Doch geht er leider nicht frohen Mutes durch seine Welt, wie man es von einem jungen Mann erwarten würde. Er huscht eher nur noch von Ort, zu Ort. Unter Menschen zu gehen, das ist für ihn zu einer Qual geworden. Ob im Fahrstuhl, auf der Straße oder im Supermarkt, überall um ihn herum, da begegnen ihm fast ausnahmslos diese vielen...

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  • Der Duft der Stille (3014)

    Schlage ich am Morgen meine Augen auf, dann ist es schiere Ernüchterung, die ich zuerst verspüre. Keine Spur von Freude auf den Tag stelle ich bei mir fest. In mir knistert noch leise die schwache Glut des Schmerzenfeuers vom Vorabend. Ansonsten ist dort nichts. Nur Stille und Vorahnung ist in mir. Selbst die innere Stimme schweigt. So begreife ich allmählich meine Situation. Ein Mensch bin ich....

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  • Fieslinge gibt es überall... (4772)

    Ich bin kein Flüchtling und bin sehr froh darüber. Doch ich mache mir viele Gedanken über die Menschenmassen, die in unser Land strömen. Sie sind beängstigend und wirken bedrohlich. Es sind nicht nur die vielen Menschen, sondern auch die fremden Kulturen und die fremden Sprachen, die mich verunsichern. Werden sie unseren Frieden gefährden, Arbeitsplätze und unseren Wohlstand bedrohen? Diese...

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  • Der getriebene Mensch (5018)

    Teil 1 Oft sitze ich am frühen Morgen in der Natur. Wunderbar ist die allgegenwärtige Stille und die Harmonie, mit der die Welt um mich herum konstruiert ist. Alles scheint nahtlos ineinander zu greifen und sich optimal zu ergänzen. Düfte, Farben und Geräusche lassen meine Sinne regelrecht explodieren. Es entsteht für mich der Eindruck einer friedlichen Welt. Doch kaum tritt etwas Menschliches...

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  • Reime für die Pause (2848)

    Spassige Reimereien von Alexander Rossa:   Mückenträume Von Mücken zerstochen, träume ich vom Winter. Bin unters Bett gekrochen, dennoch für jeden Stecher findbar.   Vermisst Wo ist er nur, der Frieden auf der Welt, ich kann ihn leider kaum erkennen. Überall nur Gier nach Prunk und Geld, laute Herrscher, die sich in Kriege verrennen.   Unmutssieg Wenn der Sommervogel fliegt und im Wald die Blumen...

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  • Im Zug (2027)

    (Schneegestöber. Der Zug stand still. Es ging nicht weiter. Wir mußten warten. Ich ließ mich inspirieren und notierte mir diese schmalen Zeilchen auf einem Zettel.) Ich sitze auf einer alten Bank im Park, und feiner Schnee rieselt in mein Gesicht. Keiner fragt mich, ob ich die Kälte mag, sie meinen wohl, es sei nicht ihre Pflicht. Schon spüre ich nicht mehr die Zehen, und in der Brust brennen...

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  • Im Park (2171)

    Ich zog mir die engen Schuhe aus. Es war schön, endlich den echten Boden unter den Füßen zu spüren. Der Boden war angenehm warm, da die Sonne schon seit Stunden schien und ihn mit ihren sommerlichen Strahlen erwärmt hatte. Der städtische Park, er war eigentlich schon sehr schön in dieser Jahreszeit. Saftig grüne Wiesen umsäumten die kurvenreichen Wege. Überall ragten große Bäume in den Himmel....

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  • Ein Mann (Satire) (1753)

    Ich hatte meinen Job bei der städtischen Frauenteestube verloren. Der Grund: Ich war ein Mann. Es waren stets viele hübsche Frauen dort, und sie tranken Tee. Tee und Spiele eben. Die mit Lippenstift verschmierten Tassen hatte ich abwaschen dürfen. Den Tee habe ich aufgesetzt. Ein paar Taler verdient. Dann haben sie mich dabei erwischt, dass ich eine Erektion hatte. Sie hatte meine Hose...

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  • Sterben und verbleiben (2545)

    Ich sehe in weit aufgerissene Augen. Sie liegen feucht in einem verzerrten Gesicht. Schmerz hat seinen Ausdruck gefunden. Eine Aura der Ohnmacht und Fassungslosigkeit umgibt diesen entwaffneten Menschen. So betrachte ich ihn gebannt. Ich bin auf der Suche. Die strahlenden Augen, wo sind sie geblieben? Sie sind nicht zu erkennen. Verzweiflung hat jeden Glanz in zahlreiche Tränen zertrümmert. Das...

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  • Mama soll nicht weinen (5607)

    Fremde Menschen, sie hassen mich. Kann das sein? Ich blicke sie freundlich an. Doch sie weichen mir aus. Dabei suche ich Freunde. Mein größter Wunsch, das sind Freunde. Ich mag Menschen. Spreche ich sie an, erhalte ich knappe Antworten. Sie wenden sich ab. Ein seltsamer Ton schwingt mit. Er verletzt mich. Wort für Wort, so stechen sie damit zu. Immer wieder treffen sie mich, nur weil ich anders...

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  • Und es gibt ihn doch... (2334)

    Es war im Dezember in Bayern. Den ganzen Tag über hatte es geschneit. Die Luft war kühl und wunderbar klar. Bezaubernd sah es aus, die glitzernde Schneedecke im Dunkeln zu betrachten. Meine Eltern, mein älterer Bruder und ich waren auf einem abendlichen Spaziergang. Die weiße Pracht wollten wir genießen. Es war einfach traumhaft schön. Es war so still, daß man das Rieseln des Schnees hören...

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  • Schwarz (2167)

    Mein Leben, es ist in Schwärze getaucht, und ich liebe es.Schwarz ist das Nichts und die Leere meines Herzens, das die Farben zu einem prachtvollen Feuerwerk explodieren lässt und die Phantasie in mir zum Erblühen bringt. Schwärze ist stets ungemein diskret und ein Symbol für elegante Genügsamkeit. So liebe ich es, wenn sich das Rot des Abends, mit dem Schwarz der Nacht, zu einem lautlosen...

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  • Meine Feste (1826)

    Mein Herz lacht, und die Engel lieben das. Mein Blick ist voller Glück, und die Tiere erfreuen sich daran. Mein Atem ist voller Lebensdurst, und die Pflanzen beben in seiner Nähe. Aber dennoch ist alles um mich herum, friedvoll. Das sind sie, die Feste, auf denen ich oft zu finden bin.

    Weiterlesen: Meine Feste

  • Hell und dunkel (1825)

    »Was ist es nur, was uns das Licht so schön erscheinen lässt?« »Es ist die Dunkelheit, mein Herr. Es ist die Dunkelheit.« Während sie antwortete, fielen schwarzen Locken über ihr mädchenhaftes Gesicht. Sie hatte wunderbar grüne Augen, die sich glänzend von ihrem brünetten Haar abhoben. Wie zwei grosse Smaragde leuchteten sie ihn an, während er über ihre Worte nachdachte. Er hatte nicht mit so...

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  • Frei von Schuld (1606)

    Verzeiht mir bitte, ich bin ein Mensch.Ich bin so sehr schwach. Kein starker Willen ist in mir. So bin ich voller Fehler, kann einfach nicht erkennen, was ich zerstöre. Mein Leben, es ist so kurz. Ich muss mir nehmen, was ich will. Die Zeit rinnt mir durch die glatten Finger fast so, dass es mich schmerzt. Das Leben zu geniessen, es wird zum Stress. Ich fürchte mich davor, es nicht genug...

    Weiterlesen: Frei von Schuld

  • Die Geisterschiffe (1652)

    Wie finstere Geisterschiffe, so ziehen sie gemächlich an mir vorbei.  Sie riechen stark, stinken nahezu, fast wie feuchter Moder, so ihr Geruch. Dort passieren sie die enge Kreuzung. Ich kann sie sehen. Nur ein leises Rauschen, manchmal ein tiefes Knarren ist zu hören. Es sind ihre Stimmen. Sie erscheinen mir, als ein Ausdruck des Bösen.Diese Schiffe sind ohne ohne Mannschaft, mit Segeln in...

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  • Der ungeliebte Freund (1872)

    Überall bin ich und sehe ich mich selbst. Einmal fühle ich mich kalt an, einmal bin ich warm. Eine Behältnis bin ich, ein Gefäss für Gefühle, Hass und Liebe. Ich bin die Helligkeit, wie auch die Dunkelheit. Obwohl ich überall schon bin, werde ich immer wieder gebracht. Doch nur selten bin ich wirklich willkommen. Dabei erlöse ich vom Leid und Schmerz, bin mehr ein Freund, als ein Feind. Doch sie...

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  • Der schwarze Schmetterling (1556)

    Eine alte Legende besagt, dass uns Menschen der Tod in der Form eines schwarzen Schmetterlings erreicht. Ohne für das Auge sichtbar zu sein, so fliegt er im Schutze der Nacht auf seinen seidenen Flügeln lautlos heran. Er setzt sich behutsam auf unsere Körper, während wir friedlich und ahnungslos schlafen.Die winzigen Beinchen auf unserer Haut, ihr feiner Kitzel der Vergänglichkeit, er lässt den...

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  • Der Hellseher und die Liebe (2276)

    Dein Gesicht wirkt fahl, ganz grau und zeigt sich so sehr blass. Der Glanz deiner Augen, er scheint auf ewig verloren. Das verzweifelte Flehen in deinem Blick, es gleicht einem nicht enden wollenden Schrei der Verzweiflung. Du bist alleine, ich bin es ebenso, beide jeweils dort, wo wir sind. So soll es nicht sein. Es darf so nicht sein. Die Sehnsucht nach dir, sie lässt mir keinen klaren...

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  • Der Abgrund (1916)

    Wenn die letzten Strahlen der Sonne erloschen sind, begebe ich mich zum Meer. Ich stehe an den steilen Klippen ganz weit oben und blicke über die finsteren Wasser. Unter mir höre ich das Rauschen der kalten Brandung, die sich kraftvoll und mit lautem Getöse an den schroffen Felsen bricht. In der Ferne sehe ich, wie der Sternenhimmel in der Schwärze des Meeres versinkt. Keine Vögel gleiten mehr...

    Weiterlesen: Der Abgrund

  • Sie und sie (1804)

    Streit, Ärger und Missgunst. Oft sind sie Ergebnisse von Vorurteilen. So laufen die Menschen aneinander vorbei und gehen sich aus dem Weg. Worte zu wechseln, das ist eine Investition für die Mutigen geworden. Man sieht anders aus, spricht anders oder verhält sich fremdartig. Schon interpretieren Mitmenschen etwas völlig falsch, oder sie fallen Vorurteilen zum Opfer. Über sie...Sie tuscheln immer....

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  • Die Wortschwallstille (2232)

    Ich bin in der letzten Zeit oft müde. Mag sein, dass es das Wetter ist. Aber eigentlich ist es wohl eher nicht das Wetter. Nein, diese Müdigkeit, sie hat nichts mit dem Wetter zutun. Das Wetter als Thema, das ist überstrapaziert. Es sind wohl eher die vielen Menschen um mich herum. Bereits kurz nach dem Erwachen, da höre ich Stimmen aus dem Radio, höre sie aus dem Fernseher oder unten von der...

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  • Die Gewissheit (2197)

    Vertrocknetes Geäst, durch das der eisige Wind pfeift.  Ich liege nackt auf gefrorenem Boden. Kälteschmerz besiegt das Zittern. Eine finstere Welt ist um mich. So muss es sein. Hastiges Geflüster reibt an meinen entzündeten Nerven. Grobe Worte schwimmen im Geflüster mit. Tosend schlagen sie gegen meine einsame Seele. Nach Luft ringe ich und sauge die Kälte ein.Meine Augen schmerzen. Ich möchte...

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  • Zerbrochen (1832)

    Ich habe für uns gekocht. Der Tisch ist gedeckt, und das Essen steht dampfend auf dem Tisch. Ein schöner Abend, laue Sommerbrise und zappelnde Kerzenflammen. Überraschen will ich Dich. Freue mich schon den ganzen Tag. Es ist schön, dich um mich zu haben. Doch die Freude, sie weicht der Verzweiflung. Deine Worte, sie tun mir weh. Ganz unerwartet. Ich spüre, wie sie brutal an dem Gewebe in mir...

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  • Lara (4962)

    In einer riesigen Stadt, da ich sehe mich. Ich bin ganz alleine zwischen den hohen Mauern der Häuser. Die Menschen hasten an mir vorbei. Ihre Blicke peitschen mich aus. Die Mischung ihrer Gerüche, sie widert mich an. Dieser Himmel über mir, er ist ein schmaler Streifen in Grau. Der Boden unter meinen Füssen, er ist ebenfalls grau, wie auch die vielen Wände der Häuser grau sind. Nur die...

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  • Anima Mundi (1987)

    Ist, bin und sein - Anima Mundi. Die Essenz von Allem und vom Nichts. In den leuchtenden Wassern treibend. Ich sehe und bin das Sehen selbst. So blicke ich hinab, auf meines Hülle Antlitz. Dennoch bin ich die Hülle und das Feuer in ihr, Wie auch der Blick selbst und das Ich hinter dem Blick. Jenes zeitloses Treiben um das Sein. Mit ihm da, um ihn herum, und alles ist Ich. Im Anfang war das...

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  • Lichtertanz (1931)

    Die Luft liegt schwer in meinem Brustkorb. Ein feiner Luftzug umspielt tröstend mein Gesicht. Meine Augen brennen. In der Ferne sind dunkle Wolken zu sehen, wie sie tief über den Baumwipfeln hängen. Als würde eine Hand mich fest umklammern, so hält mich die Gewissheit mit gnadenloser Gewalt. Wissen kann ein Fluch sein. Rotes Sonnenlicht wärmt mich. Unzählige Sonnenstrahlen schleichen durch das...

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  • Das Amulett (1733)

    Warm liegst du an meinem Herzen, Bist immer für mich da. Ich weiss dich als Freund an meiner Brust. Du strahlst als Palladium für meinen Geist. So ein kleines Ding bist du, Ganz unscheinbar und ohne Glanz. Du trägst ein Kleid aus fremden Zeichen, Bist das Auge einer fernen Welt. Du bist wahrlich ein fürstliches Geschenk. Rettest mir Hof, Tiere und das Glück. Immer bist du für mich da. Stehst mir...

    Weiterlesen: Das Amulett

  • In der Nacht des Krieges (4221)

    Sie liegt in meinen Armen. Ihre Augen sind geschlossen, und doch schläft sie nicht. Die Worte aus meinem Mund, sie bilden ein kleines Kindergedicht. Doch sie hört nur auf den Klang meiner Stimme, das weiß ich genau, und sie spürt die Wärme zwischen uns. Sie genisst meine Nähe. Für einen kurzen Augenblick sind sie vergessen, die Angst, die Tränen und die Trauer des dunklen Tages. Vergessen sind...

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  • Das Rauschen (1873)

    Wenn ihr einmal ganz still seid, die Fenster sind geschlossen und alle Geräte um euch herum, sie sind ausgeschaltet, dann lehnt euch einfach einmal zurück und schliesst eure Augen. Wenn ihr dann ganz aufmerksam lauscht und dabei kaum atmet, dann könnt ihr es ganz bestimmt hören. Es ist jenes leise Rauschen, mehr nur ein Wispern ist es, ein leises Raunen, das nie verstummt und immer da ist. Es...

    Weiterlesen: Das Rauschen

  • Finsterloch (2127)

    Es ist ein sehr dunkler und unendlich grau erscheinender Tag. Ich stehe hier an diesem finsteren Loch. Die Erde ist ganz feucht und dunkel. In der Nacht hat es viel geregnet. So stehe ich nun hier. Ich blicke in das feuchte Erdreich hinunter. Ich fühle nichts, denke nichts, bin wie betäubt. Meine Frau habe ich im Arm. Sie blickt ebenso in dieses Loch, so, wie ich selbst. Auch sie scheint...

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  • Die Störung (1885)

    Es ist fast dunkel. Der Schein einer Kerze, er lässt Schatten an den Wänden tanzen. Sie sind da, welch ein Glück. Ich sitze auf dem Sofa und geniesse es. Die Luft ist erfüllt mit ihnen und scheint regelrecht überzuquellen. Wie ein dicker, durchscheinender Vorhang vor meinen Augen, so erscheint sie mir. Das Leben, es ist allgegenwärtig. Ich spüre es deutlich. Es wird ein guter Abend werden. So...

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  • Das Phantom der Liebe (1552)

    Immer ist sie da. Ich kann sie nicht sehen. Aber stets fühle ich sie. Ich liebe dieses Gefühl. Es ist besser, als die Einsamkeit. Auch wenn ich sie oft nur spüren kann. Die Menschen sind mir dabei egal. Nachts erscheint sie mir immer wieder. Plötzlich einfach präsent ist sie. Ein leichter Schimmer umgibt ihr Antlitz. Oft ist sie ganz ohne Gestalt. Nur dieser vage Schimmer ist dann da. Doch...

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  • Zwei Bäume (1920)

    Die zwei Bäume dort, sie stehen schief und einsam auf dem weiten Feld. Der Wind hat sie gedrückt, sie kraftvoll in seine Richtung gepresst. Sie sind so stark, so behäbig, und ihre kleinen Blätter flattern aufgeregt. So tief reichen ihre Wurzeln. Ihre Rinde, sie ist ganz fest und knorrig. Dort stehen sie ganz schief, der Herrschaft des Windes folgend. Sie gaben ihm stets nach und blieben doch sie...

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  • Mit der Bombe in der Hand (1512)

    Es hing ganz fest in meinem Kopf, das Schreien eines Jungen. Männer hatten ihn gezwungen, sie packten ihn am Schopf. In seinen Augen kochte Wut, gewachsen aus ewigem Bangen. Sie hatten ihn gefangen, ihr Einsatz dazu, nur wenig Mut.Mit der Granate in der Hand, kam in das Lager er gekrochen. Die Hunde hatten ihn gerochen, auf dem Boden, vor der Wand. Seine Lösung war der Tod, denn die Feinde...

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  • Das persönliche Geschenk (1495)

    Immer ist er da. Tief in mir lebt er. Leid und Schmerz wecken ihn auf und lassen ihn erstarken. Wie ein bedrohliches Untier, so schlägt er seine spitzen Krallen tief in mein Fleisch hinein. Ich kann ihn fast riechen, meine immer wieder, sein tiefes Knurren zu vernehmen. Jeden Augenblick erwarte ich, dass er seine scharfen Zähne in die kümmerlichen Reste meiner Hoffnung schlagen wird, um sich an...

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  • Der Kakerlak (1807)

    Regen prasselt an die Scheiben. Ich sitze auf dem Boden, die Knie angezogen, den Kopf gesenkt. Die Uhr in der Stube tickt laut. Es ist kaum Licht. Nur der schwache Schein der Strasse ist da. Das Gefühl von Leere umgibt mich. Im Mittelpunkt von mir ist sie da, die Traurigkeit, eine so sehr tiefe Traurigkeit. Ich spüre deutlich, wie sie an mir nagt und knabbert. Sie ist wie ein Kakerlak, eine...

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  • Kunst ist Verzweiflung (2047)

    Eine unangenehme Leere ist in mir. Ich bin Traurigkeit. Sinnlos erscheint mir jegliches Bemühen. Viel wird gesprochen. Bewegung jeden Tag ist Pflicht. Energie wird eingesetzt, um mindestens einen Schritt voran zu gehen. Der Weg strengt an, als wäre er aus zähem Morast. Doch gegangen, wirklich vorwärts gekommen, das bin ich nicht. Jeden Schritt zähle ich. Ich habe viele Schritte getan, da bin ich mir...

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  • Die neue Kindheit (1525)

    Ist das Leben nicht mehr, als nur die ständige und leidvolle Auseinandersetzung mit der Umwelt? Selbst eine sanfte Berührung, sie ist Leiden auf ganz kleinem Niveau. Es ist ein Leiden, das wir fast immer zu tolerieren bereit sind. Wir reiben uns. Mit jeder Bewegung gleiten wir aneinander und berühren uns. Ob an Wasser, an der Luft, an den duftenden Molekülen in unserer Nase oder der Haut, wir...

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  • Die Finsternis (1825)

    Überall Finsternis, Dunkelheit und unendliche Schwärze. Lichtlosigkeit ist voller Geheimnisse und wilder Dämonen. Unsichtbare Augen überall, beobachten mich. Fratzen gaffen. Besorgt wende ich mich um. Überall Schwärze, keine Hoffnung. Ich habe Angst, fürchte mich vor der Wildheit geifernder Tiere. Ein Biss, ein Hieb, reißende Zähne, sie erscheinen mir überall. Ich will fliehen und kann es nicht....

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  • Der Sommerhof (1726)

    Die Luft ist herrlich warm. Es ist überhaupt nicht schwül. Völlig verflogen scheint die Spannung in der Luft vom Tag. Es ist eine wunderbare Sommernacht. Das Zirpen einer Grille ist zu hören. Aus vielen geöffneten Fenstern kann man leise die Geräusche der Fernseher hören. Alles ist so friedlich an diesem lauen Sommerabend. Es ist einer dieser ganz seltenen Abende, an dem man einfach nur eine...

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