Yberseh - kostenlose E-Books und Literatur von Alexander Rossa, phantastisch, Mythen, Fantasy, Kurzprosa, Texte, Leseseite, Reader, Geschichten, Bücher, Existentialismus, Emotionen, Abenteuer

Sie liegt in meinen Armen. Ihre Augen sind geschlossen, und doch schläft sie nicht. Die Worte aus meinem Mund, sie bilden ein kleines Kindergedicht. Doch sie hört nur auf den Klang meiner Stimme, das weiß ich genau, und sie spürt die Wärme zwischen uns. Sie genisst meine Nähe. Für einen kurzen Augenblick sind sie vergessen, die Angst, die Tränen und die Trauer des dunklen Tages. Vergessen sind die Bilder von sterbenden Menschen auf der Strasse, von blutenden Körpern und das laute Krachen der Schüsse.

Ja, so ist es. Jeden Tag hastet sie diesem einen, so sehr klein gewordenen Augenblick entgegen, der für sie zum einzigen Licht, zwischen dem dunklen Tag und der schwarzen Nacht geworden ist.

Ich streichle ihr über den Kopf und küsse sie auf ihre kleine Stirn. Dann öffnet sie ihre Augen. Zwei runde Kinderaugen schenken mir das unbeschreibliche Gefühl endlosen Vertrauens. Dann lege ich ihr das kleine Strickschaf in den Arm und gebe auch ihm einen Kuss auf die wattene Stirn. Zufrieden nimmt sie es nun noch fester in ihre Arme und schliesst dann wieder ihre Augen.

Ich betrachte sie noch eine Weile. Ihr Gesicht ist so friedlich. Ich denke mit Schrecken daran, sie in wenigen Stunden wieder aufwecken zu müssen. Es wird wieder dieses Wecken sein, ein Erwachen in eine nahezu vollkommene Dunkelheit. Wieder werde ich sie in ein Schaffenswerk des Menschen, in eine Welt des Leidens, entlassen müssen. Wieder werde ich sie gehen lassen, ohne die Spur einer Gewissheit, dass für sie ein nächster Augenblick der Helligkeit kommen wird, ein Augenblick, dem sie entgegen hasten kann.

Ich stehe auf und verlasse ihr Zimmer. Auf den kleinen Balkon zieht es mich. Dort setze ich mich auf den Boden, die Beine nahe an den Körper gewinkelt. Ich betrachte den klaren Nachthimmel, der seine herrlich glitzernde Sternenpracht über mich zu ergiessen droht.

In der Ferne höre ich krachende Schüsse, dann laute Schreie. Dennoch geniesse ich das Funkeln der vielen Sterne. Inzwischen gibt es kaum einen Augenblick in meinem Leben, in dem ich keine Schüsse und Schreie von Menschen hören kann.

Doch dann... Ein lautes Krachen lässt mich aufschrecken.

Ich höre das Knirschen von brechendem Holz und springe auf. In die Wohnung stürzen Männer, schwer bewaffnete Soldaten. Sie dringen rücksichtslos in jeden Raum vor. Zwei von ihnen, sie stürmen mir sogleich entgegen und drücken mich brutal gegen die Wand, so dass ich kaum noch atmen kann. Mein Gesicht, es zersplittert das Glas eines Bildes. Ich spüre die kalte Mündung einer Waffe in meinem Nacken. Immer wieder hört man lautes Krachen. Glas zerspringt. Dann der laute Aufschrei eines Kindes.

Ich versuche mich zu befreien. Verzweifelt bin ich. Ein Soldat schlägt mein Gesicht hart in den Scherbenrahmen. Blut tropft von meinem Kinn. Mit Gewalt werde ich durch die Wohnung gestossen. Ich sehe mein Kind. Einer der Soldaten hat es fest im Nacken gegriffen. Er steht mit einem, seiner schweren Stiefel, auf dem weichen Kopf des kleinen Strickschafs. Seine Augen sind kalt und unbgerührt. Mein Mädchen weint. Tränen laufen ihr über die Wange. Ich kann es genau sehen.

Die Soldaten zerren mich durch den Hausflur. Sie schlagen mir mehrfach die Gewehrkolben in die Rippen. Ich stöhne unter Schmerzen. Meter, um Meter, stolpere ich weiter, bis auf die Strasse. Dann stürze ich. Den ganzen Arm reisse ich mir dabei auf. Doch ich beisse meine Zähne zusammen. Die Schmerzen sind kaum auszuhalten.

Sie werfen mich auf die Ladefläche eines kleinen Lastwagens. Auf ihm kauern noch zwei weitere Männer, zwischen grimmig blickende Soldaten. Sie wagen es nicht, ihren Blick zu heben. Dann sehe ich meine Tochter. Sie hat sich los gerissen und rennt nun schreiend auf den Lastwagen zu. Doch der Wagen fährt bereits an. Sie streckt ihre Arme aus und schreit immer wieder völlig verzweifelt. Einer der Soldaten auf der Strasse brüllt sie an. Doch sie reagiert nicht. Sie versucht dem Lastwagen auf ihren kleinen Kinderbeinen zu folgen.

»Bleibe, bleibe bei ihnen!«, rufe ich ihr zu. Etwas Blut rinnt mir dabei aus dem Mundwinkel. Der Schweiss brennt mir im Gesicht. Doch sie hört einfach nicht. Das Mädchen rennt verzweifelt hinter dem Lastwagen her. Der Abstand wird immer größer.

Dann höre ich das laute Krachen eines Schusses.

Ich springe augenblicklich auf und reisse mich los. Meine Tochter bricht in sich zusammen. Das Mädchen überschlägt sich auf dem steinigen Boden. Ich schreie laut auf. Mit nahezu übermenschlicher Kraft springe ich von der Ladefläche, auf die Strasse und schlage mir dabei beide Knie auf. Doch der Schmerz, er ist für mich ohne Bedeutung. Verbissen kämpfe ich mich auf das kleine Bündel Mensch zu, das dort auf der Strasse liegt.

Ich spüre deutlich, wie mir das warme Blut am Bein herunter läuft. Nur noch wenige Meter trennen mich noch von ihr. Dann höre ich erneut ein lautes Krachen. Im gleichen Augenblick werde ich mit einer unbeschreiblichen Wucht auf den Boden geworfen. Mein Körper fühlt sich taub an. Ich kann kaum atmen. Doch mit meinen beiden Händen ziehe ich mich verbissen immer weiter über den Boden. Meine Fingernägel zerreissen auf dem Boden. Ich höre Schreie. Dann höre ich wieder ein Krachen. Ein dumpfer Schlag in der Schulter, er raubt mir fast die Sinne. Verzweifelt krampfen sich meine Finger in den harten Boden. Sie ziehen mich ganz langsam immer weiter in die Richtung meines Kindes. Fast schon kann ich es erreichen. Meine Fingerspitzen, sie spüren schon ihre feinen Haare. Ich kann kaum noch etwas erkennen. Ein bohrender Schmerz frisst sich allmählich in meinen Kopf hinein. Doch mit letzter Kraft kann ich mich noch einmal aufbäumen. Dann falle ich schliesslich kraftlos auf mein totes Kind.

Mir schwinden allmählich die Sinne. Meinen Körper spüre ich nicht mehr. Ich forme meine Lippen zu einem Kuss und schliesse kraftlos die Augen. Ihre Haut ist noch ganz warm. Ihre Augen sind geschlossen, so wie erst am frühen Abend zuvor. Einen letzten Kuss gebe ich meiner Tochter. In ihn lege ich die ganze Wärme meines Körpers und die gesamte Liebe in meinem Herzen, bevor es dann einfach aufhört zu schlagen.

Inhaltsverzeichnis

  • Manege (232)

    Was die Welt erwartet. Gelöst und ausgelassen sein, mit einer verzogenen, breiten Lächelgrimasse im duftenden Metropolengesicht. Das fragile Lebenskonstrukt in einer Problemlosigkeit skandierenden Welt, es wird als Erfolg bejubelt. Überkrass offen parlierend und groteske Albernheit scheinen allerorts vorausgesetzt. Flotte Sprüche werden gerne gehört und flutschig eingefettet. Sie wirken obszön....

    Weiterlesen: Manege

  • Herbstgeschichte (422)

    Leere am Abend. Sprachlos, wortlos und mit Trauer in mir, so sitze ich einfach nur da. Dunkelheit umgibt mich. Dabei ist es noch früh. Das Fenster ist gekippt. Ich habe den Kopf gesenkt und höre auf das leise Rauschen des Windes. Der erste Herbstwind ist es, der mir seinen Besuch abstattet. Er erinnert mich an meine Heimat. Schon als Kind habe ich diesen feinen Gesang des Windes geliebt. Nahe an...

    Weiterlesen: ...

  • Nondra, die Erde dreht sich nicht... (492)

    Wer jagt wen? Unsere Ahnen berichteten uns davon. Ist es die Sonne, die den Mond jagt? Vielleicht ist auch der Mond, der jeden Tag die Sonne verfolgt.  Wie dem auch sei, auch wir Menschen erleben ganz offensichtlich täglich eine derartige Hatz. So sind wir dem ewigen Wechsel zwischen Bewusstsein und Bewusstlosigkeit ausgesetzt. Wir sind wiederholt wach, und wir schlafen ebenfalls wiederholt....

    Weiterlesen: Nondra, die...

  • Das Ding (752)

    Der Geist des Todes, umhüllt von Titan und Stahl, in den Tiefen der See. Kleine Fische, sie meiden den Ort, fürchten das quälende Echo der Schreie. Eine Hülle aus leuchtenden Farben, sie mögen ein Symbol sein, für das versiegende Feuer des Lebens. So liegt es dort einfach nur, dieses Ding, ganz weit unten auf dem Grund des Meeres. Längst sind sie verstummt, die verzweifelten Schreie. Verflogen...

    Weiterlesen: Das Ding

  • Die Fingerspitzenarena (2396)

    Emotionen in nur wenige Zeichen verpackt. Der ganzen Welt die Welt in Canapés servieren. Glück, Sehnsucht und Traurigkeit werden kontinuierlich und pausenlos in Zeilen geschichtet. Kurze Filme, bunte Bilder und Kompositionen so vieler Menschen, die sich nahe und zugleich fern sind, rauschen an mir vorbei. Eine Plattform ohne Grenzen erwartet mich, man erwartet mich, zu jeder Zeit und an jedem...

    Weiterlesen: Die...

  • Leere (2552)

    Martin ist ein eher sehr weicher und freundlicher Mensch. Doch geht er leider nicht frohen Mutes durch seine Welt, wie man es von einem jungen Mann erwarten würde. Er huscht eher nur noch von Ort, zu Ort. Unter Menschen zu gehen, das ist für ihn zu einer Qual geworden. Ob im Fahrstuhl, auf der Straße oder im Supermarkt, überall um ihn herum, da begegnen ihm fast ausnahmslos diese vielen...

    Weiterlesen: Leere

  • Der Duft der Stille (3014)

    Schlage ich am Morgen meine Augen auf, dann ist es schiere Ernüchterung, die ich zuerst verspüre. Keine Spur von Freude auf den Tag stelle ich bei mir fest. In mir knistert noch leise die schwache Glut des Schmerzenfeuers vom Vorabend. Ansonsten ist dort nichts. Nur Stille und Vorahnung ist in mir. Selbst die innere Stimme schweigt. So begreife ich allmählich meine Situation. Ein Mensch bin ich....

    Weiterlesen: Der Duft der...

  • Fieslinge gibt es überall... (4772)

    Ich bin kein Flüchtling und bin sehr froh darüber. Doch ich mache mir viele Gedanken über die Menschenmassen, die in unser Land strömen. Sie sind beängstigend und wirken bedrohlich. Es sind nicht nur die vielen Menschen, sondern auch die fremden Kulturen und die fremden Sprachen, die mich verunsichern. Werden sie unseren Frieden gefährden, Arbeitsplätze und unseren Wohlstand bedrohen? Diese...

    Weiterlesen: Fieslinge...

  • Der getriebene Mensch (5018)

    Teil 1 Oft sitze ich am frühen Morgen in der Natur. Wunderbar ist die allgegenwärtige Stille und die Harmonie, mit der die Welt um mich herum konstruiert ist. Alles scheint nahtlos ineinander zu greifen und sich optimal zu ergänzen. Düfte, Farben und Geräusche lassen meine Sinne regelrecht explodieren. Es entsteht für mich der Eindruck einer friedlichen Welt. Doch kaum tritt etwas Menschliches...

    Weiterlesen: Der...

  • Reime für die Pause (2848)

    Spassige Reimereien von Alexander Rossa:   Mückenträume Von Mücken zerstochen, träume ich vom Winter. Bin unters Bett gekrochen, dennoch für jeden Stecher findbar.   Vermisst Wo ist er nur, der Frieden auf der Welt, ich kann ihn leider kaum erkennen. Überall nur Gier nach Prunk und Geld, laute Herrscher, die sich in Kriege verrennen.   Unmutssieg Wenn der Sommervogel fliegt und im Wald die Blumen...

    Weiterlesen: Reime für die...

  • Im Zug (2027)

    (Schneegestöber. Der Zug stand still. Es ging nicht weiter. Wir mußten warten. Ich ließ mich inspirieren und notierte mir diese schmalen Zeilchen auf einem Zettel.) Ich sitze auf einer alten Bank im Park, und feiner Schnee rieselt in mein Gesicht. Keiner fragt mich, ob ich die Kälte mag, sie meinen wohl, es sei nicht ihre Pflicht. Schon spüre ich nicht mehr die Zehen, und in der Brust brennen...

    Weiterlesen: Im Zug

  • Im Park (2171)

    Ich zog mir die engen Schuhe aus. Es war schön, endlich den echten Boden unter den Füßen zu spüren. Der Boden war angenehm warm, da die Sonne schon seit Stunden schien und ihn mit ihren sommerlichen Strahlen erwärmt hatte. Der städtische Park, er war eigentlich schon sehr schön in dieser Jahreszeit. Saftig grüne Wiesen umsäumten die kurvenreichen Wege. Überall ragten große Bäume in den Himmel....

    Weiterlesen: Im Park

  • Ein Mann (Satire) (1753)

    Ich hatte meinen Job bei der städtischen Frauenteestube verloren. Der Grund: Ich war ein Mann. Es waren stets viele hübsche Frauen dort, und sie tranken Tee. Tee und Spiele eben. Die mit Lippenstift verschmierten Tassen hatte ich abwaschen dürfen. Den Tee habe ich aufgesetzt. Ein paar Taler verdient. Dann haben sie mich dabei erwischt, dass ich eine Erektion hatte. Sie hatte meine Hose...

    Weiterlesen: Ein Mann...

  • Sterben und verbleiben (2544)

    Ich sehe in weit aufgerissene Augen. Sie liegen feucht in einem verzerrten Gesicht. Schmerz hat seinen Ausdruck gefunden. Eine Aura der Ohnmacht und Fassungslosigkeit umgibt diesen entwaffneten Menschen. So betrachte ich ihn gebannt. Ich bin auf der Suche. Die strahlenden Augen, wo sind sie geblieben? Sie sind nicht zu erkennen. Verzweiflung hat jeden Glanz in zahlreiche Tränen zertrümmert. Das...

    Weiterlesen: Sterben und...

  • Mama soll nicht weinen (5607)

    Fremde Menschen, sie hassen mich. Kann das sein? Ich blicke sie freundlich an. Doch sie weichen mir aus. Dabei suche ich Freunde. Mein größter Wunsch, das sind Freunde. Ich mag Menschen. Spreche ich sie an, erhalte ich knappe Antworten. Sie wenden sich ab. Ein seltsamer Ton schwingt mit. Er verletzt mich. Wort für Wort, so stechen sie damit zu. Immer wieder treffen sie mich, nur weil ich anders...

    Weiterlesen: Mama soll...

  • Und es gibt ihn doch... (2334)

    Es war im Dezember in Bayern. Den ganzen Tag über hatte es geschneit. Die Luft war kühl und wunderbar klar. Bezaubernd sah es aus, die glitzernde Schneedecke im Dunkeln zu betrachten. Meine Eltern, mein älterer Bruder und ich waren auf einem abendlichen Spaziergang. Die weiße Pracht wollten wir genießen. Es war einfach traumhaft schön. Es war so still, daß man das Rieseln des Schnees hören...

    Weiterlesen: Und es gibt...

  • Schwarz (2166)

    Mein Leben, es ist in Schwärze getaucht, und ich liebe es.Schwarz ist das Nichts und die Leere meines Herzens, das die Farben zu einem prachtvollen Feuerwerk explodieren lässt und die Phantasie in mir zum Erblühen bringt. Schwärze ist stets ungemein diskret und ein Symbol für elegante Genügsamkeit. So liebe ich es, wenn sich das Rot des Abends, mit dem Schwarz der Nacht, zu einem lautlosen...

    Weiterlesen: Schwarz

  • Meine Feste (1826)

    Mein Herz lacht, und die Engel lieben das. Mein Blick ist voller Glück, und die Tiere erfreuen sich daran. Mein Atem ist voller Lebensdurst, und die Pflanzen beben in seiner Nähe. Aber dennoch ist alles um mich herum, friedvoll. Das sind sie, die Feste, auf denen ich oft zu finden bin.

    Weiterlesen: Meine Feste

  • Hell und dunkel (1824)

    »Was ist es nur, was uns das Licht so schön erscheinen lässt?« »Es ist die Dunkelheit, mein Herr. Es ist die Dunkelheit.« Während sie antwortete, fielen schwarzen Locken über ihr mädchenhaftes Gesicht. Sie hatte wunderbar grüne Augen, die sich glänzend von ihrem brünetten Haar abhoben. Wie zwei grosse Smaragde leuchteten sie ihn an, während er über ihre Worte nachdachte. Er hatte nicht mit so...

    Weiterlesen: Hell und dunkel

  • Frei von Schuld (1606)

    Verzeiht mir bitte, ich bin ein Mensch.Ich bin so sehr schwach. Kein starker Willen ist in mir. So bin ich voller Fehler, kann einfach nicht erkennen, was ich zerstöre. Mein Leben, es ist so kurz. Ich muss mir nehmen, was ich will. Die Zeit rinnt mir durch die glatten Finger fast so, dass es mich schmerzt. Das Leben zu geniessen, es wird zum Stress. Ich fürchte mich davor, es nicht genug...

    Weiterlesen: Frei von Schuld

  • Die Geisterschiffe (1652)

    Wie finstere Geisterschiffe, so ziehen sie gemächlich an mir vorbei.  Sie riechen stark, stinken nahezu, fast wie feuchter Moder, so ihr Geruch. Dort passieren sie die enge Kreuzung. Ich kann sie sehen. Nur ein leises Rauschen, manchmal ein tiefes Knarren ist zu hören. Es sind ihre Stimmen. Sie erscheinen mir, als ein Ausdruck des Bösen.Diese Schiffe sind ohne ohne Mannschaft, mit Segeln in...

    Weiterlesen: Die...

  • Der ungeliebte Freund (1872)

    Überall bin ich und sehe ich mich selbst. Einmal fühle ich mich kalt an, einmal bin ich warm. Eine Behältnis bin ich, ein Gefäss für Gefühle, Hass und Liebe. Ich bin die Helligkeit, wie auch die Dunkelheit. Obwohl ich überall schon bin, werde ich immer wieder gebracht. Doch nur selten bin ich wirklich willkommen. Dabei erlöse ich vom Leid und Schmerz, bin mehr ein Freund, als ein Feind. Doch sie...

    Weiterlesen: Der...

  • Der schwarze Schmetterling (1555)

    Eine alte Legende besagt, dass uns Menschen der Tod in der Form eines schwarzen Schmetterlings erreicht. Ohne für das Auge sichtbar zu sein, so fliegt er im Schutze der Nacht auf seinen seidenen Flügeln lautlos heran. Er setzt sich behutsam auf unsere Körper, während wir friedlich und ahnungslos schlafen.Die winzigen Beinchen auf unserer Haut, ihr feiner Kitzel der Vergänglichkeit, er lässt den...

    Weiterlesen: Der schwarze...

  • Der Hellseher und die Liebe (2275)

    Dein Gesicht wirkt fahl, ganz grau und zeigt sich so sehr blass. Der Glanz deiner Augen, er scheint auf ewig verloren. Das verzweifelte Flehen in deinem Blick, es gleicht einem nicht enden wollenden Schrei der Verzweiflung. Du bist alleine, ich bin es ebenso, beide jeweils dort, wo wir sind. So soll es nicht sein. Es darf so nicht sein. Die Sehnsucht nach dir, sie lässt mir keinen klaren...

    Weiterlesen: Der Hellseher...

  • Der Abgrund (1915)

    Wenn die letzten Strahlen der Sonne erloschen sind, begebe ich mich zum Meer. Ich stehe an den steilen Klippen ganz weit oben und blicke über die finsteren Wasser. Unter mir höre ich das Rauschen der kalten Brandung, die sich kraftvoll und mit lautem Getöse an den schroffen Felsen bricht. In der Ferne sehe ich, wie der Sternenhimmel in der Schwärze des Meeres versinkt. Keine Vögel gleiten mehr...

    Weiterlesen: Der Abgrund

  • Sie und sie (1804)

    Streit, Ärger und Missgunst. Oft sind sie Ergebnisse von Vorurteilen. So laufen die Menschen aneinander vorbei und gehen sich aus dem Weg. Worte zu wechseln, das ist eine Investition für die Mutigen geworden. Man sieht anders aus, spricht anders oder verhält sich fremdartig. Schon interpretieren Mitmenschen etwas völlig falsch, oder sie fallen Vorurteilen zum Opfer. Über sie...Sie tuscheln immer....

    Weiterlesen: Sie und sie

  • Die Wortschwallstille (2232)

    Ich bin in der letzten Zeit oft müde. Mag sein, dass es das Wetter ist. Aber eigentlich ist es wohl eher nicht das Wetter. Nein, diese Müdigkeit, sie hat nichts mit dem Wetter zutun. Das Wetter als Thema, das ist überstrapaziert. Es sind wohl eher die vielen Menschen um mich herum. Bereits kurz nach dem Erwachen, da höre ich Stimmen aus dem Radio, höre sie aus dem Fernseher oder unten von der...

    Weiterlesen: Die...

  • Die Gewissheit (2197)

    Vertrocknetes Geäst, durch das der eisige Wind pfeift.  Ich liege nackt auf gefrorenem Boden. Kälteschmerz besiegt das Zittern. Eine finstere Welt ist um mich. So muss es sein. Hastiges Geflüster reibt an meinen entzündeten Nerven. Grobe Worte schwimmen im Geflüster mit. Tosend schlagen sie gegen meine einsame Seele. Nach Luft ringe ich und sauge die Kälte ein.Meine Augen schmerzen. Ich möchte...

    Weiterlesen: Die Gewissheit

  • Zerbrochen (1832)

    Ich habe für uns gekocht. Der Tisch ist gedeckt, und das Essen steht dampfend auf dem Tisch. Ein schöner Abend, laue Sommerbrise und zappelnde Kerzenflammen. Überraschen will ich Dich. Freue mich schon den ganzen Tag. Es ist schön, dich um mich zu haben. Doch die Freude, sie weicht der Verzweiflung. Deine Worte, sie tun mir weh. Ganz unerwartet. Ich spüre, wie sie brutal an dem Gewebe in mir...

    Weiterlesen: Zerbrochen

  • Lara (4961)

    In einer riesigen Stadt, da ich sehe mich. Ich bin ganz alleine zwischen den hohen Mauern der Häuser. Die Menschen hasten an mir vorbei. Ihre Blicke peitschen mich aus. Die Mischung ihrer Gerüche, sie widert mich an. Dieser Himmel über mir, er ist ein schmaler Streifen in Grau. Der Boden unter meinen Füssen, er ist ebenfalls grau, wie auch die vielen Wände der Häuser grau sind. Nur die...

    Weiterlesen: Lara

  • Anima Mundi (1986)

    Ist, bin und sein - Anima Mundi. Die Essenz von Allem und vom Nichts. In den leuchtenden Wassern treibend. Ich sehe und bin das Sehen selbst. So blicke ich hinab, auf meines Hülle Antlitz. Dennoch bin ich die Hülle und das Feuer in ihr, Wie auch der Blick selbst und das Ich hinter dem Blick. Jenes zeitloses Treiben um das Sein. Mit ihm da, um ihn herum, und alles ist Ich. Im Anfang war das...

    Weiterlesen: Anima Mundi

  • Lichtertanz (1931)

    Die Luft liegt schwer in meinem Brustkorb. Ein feiner Luftzug umspielt tröstend mein Gesicht. Meine Augen brennen. In der Ferne sind dunkle Wolken zu sehen, wie sie tief über den Baumwipfeln hängen. Als würde eine Hand mich fest umklammern, so hält mich die Gewissheit mit gnadenloser Gewalt. Wissen kann ein Fluch sein. Rotes Sonnenlicht wärmt mich. Unzählige Sonnenstrahlen schleichen durch das...

    Weiterlesen: Lichtertanz

  • Das Amulett (1733)

    Warm liegst du an meinem Herzen, Bist immer für mich da. Ich weiss dich als Freund an meiner Brust. Du strahlst als Palladium für meinen Geist. So ein kleines Ding bist du, Ganz unscheinbar und ohne Glanz. Du trägst ein Kleid aus fremden Zeichen, Bist das Auge einer fernen Welt. Du bist wahrlich ein fürstliches Geschenk. Rettest mir Hof, Tiere und das Glück. Immer bist du für mich da. Stehst mir...

    Weiterlesen: Das Amulett

  • In der Nacht des Krieges (4221)

    Sie liegt in meinen Armen. Ihre Augen sind geschlossen, und doch schläft sie nicht. Die Worte aus meinem Mund, sie bilden ein kleines Kindergedicht. Doch sie hört nur auf den Klang meiner Stimme, das weiß ich genau, und sie spürt die Wärme zwischen uns. Sie genisst meine Nähe. Für einen kurzen Augenblick sind sie vergessen, die Angst, die Tränen und die Trauer des dunklen Tages. Vergessen sind...

    Weiterlesen: In der Nacht...

  • Das Rauschen (1873)

    Wenn ihr einmal ganz still seid, die Fenster sind geschlossen und alle Geräte um euch herum, sie sind ausgeschaltet, dann lehnt euch einfach einmal zurück und schliesst eure Augen. Wenn ihr dann ganz aufmerksam lauscht und dabei kaum atmet, dann könnt ihr es ganz bestimmt hören. Es ist jenes leise Rauschen, mehr nur ein Wispern ist es, ein leises Raunen, das nie verstummt und immer da ist. Es...

    Weiterlesen: Das Rauschen

  • Finsterloch (2127)

    Es ist ein sehr dunkler und unendlich grau erscheinender Tag. Ich stehe hier an diesem finsteren Loch. Die Erde ist ganz feucht und dunkel. In der Nacht hat es viel geregnet. So stehe ich nun hier. Ich blicke in das feuchte Erdreich hinunter. Ich fühle nichts, denke nichts, bin wie betäubt. Meine Frau habe ich im Arm. Sie blickt ebenso in dieses Loch, so, wie ich selbst. Auch sie scheint...

    Weiterlesen: Finsterloch

  • Die Störung (1884)

    Es ist fast dunkel. Der Schein einer Kerze, er lässt Schatten an den Wänden tanzen. Sie sind da, welch ein Glück. Ich sitze auf dem Sofa und geniesse es. Die Luft ist erfüllt mit ihnen und scheint regelrecht überzuquellen. Wie ein dicker, durchscheinender Vorhang vor meinen Augen, so erscheint sie mir. Das Leben, es ist allgegenwärtig. Ich spüre es deutlich. Es wird ein guter Abend werden. So...

    Weiterlesen: Die Störung

  • Das Phantom der Liebe (1551)

    Immer ist sie da. Ich kann sie nicht sehen. Aber stets fühle ich sie. Ich liebe dieses Gefühl. Es ist besser, als die Einsamkeit. Auch wenn ich sie oft nur spüren kann. Die Menschen sind mir dabei egal. Nachts erscheint sie mir immer wieder. Plötzlich einfach präsent ist sie. Ein leichter Schimmer umgibt ihr Antlitz. Oft ist sie ganz ohne Gestalt. Nur dieser vage Schimmer ist dann da. Doch...

    Weiterlesen: Das Phantom...

  • Zwei Bäume (1920)

    Die zwei Bäume dort, sie stehen schief und einsam auf dem weiten Feld. Der Wind hat sie gedrückt, sie kraftvoll in seine Richtung gepresst. Sie sind so stark, so behäbig, und ihre kleinen Blätter flattern aufgeregt. So tief reichen ihre Wurzeln. Ihre Rinde, sie ist ganz fest und knorrig. Dort stehen sie ganz schief, der Herrschaft des Windes folgend. Sie gaben ihm stets nach und blieben doch sie...

    Weiterlesen: Zwei Bäume

  • Mit der Bombe in der Hand (1512)

    Es hing ganz fest in meinem Kopf, das Schreien eines Jungen. Männer hatten ihn gezwungen, sie packten ihn am Schopf. In seinen Augen kochte Wut, gewachsen aus ewigem Bangen. Sie hatten ihn gefangen, ihr Einsatz dazu, nur wenig Mut.Mit der Granate in der Hand, kam in das Lager er gekrochen. Die Hunde hatten ihn gerochen, auf dem Boden, vor der Wand. Seine Lösung war der Tod, denn die Feinde...

    Weiterlesen: Mit der Bombe...

  • Das persönliche Geschenk (1495)

    Immer ist er da. Tief in mir lebt er. Leid und Schmerz wecken ihn auf und lassen ihn erstarken. Wie ein bedrohliches Untier, so schlägt er seine spitzen Krallen tief in mein Fleisch hinein. Ich kann ihn fast riechen, meine immer wieder, sein tiefes Knurren zu vernehmen. Jeden Augenblick erwarte ich, dass er seine scharfen Zähne in die kümmerlichen Reste meiner Hoffnung schlagen wird, um sich an...

    Weiterlesen: Das...

  • Der Kakerlak (1806)

    Regen prasselt an die Scheiben. Ich sitze auf dem Boden, die Knie angezogen, den Kopf gesenkt. Die Uhr in der Stube tickt laut. Es ist kaum Licht. Nur der schwache Schein der Strasse ist da. Das Gefühl von Leere umgibt mich. Im Mittelpunkt von mir ist sie da, die Traurigkeit, eine so sehr tiefe Traurigkeit. Ich spüre deutlich, wie sie an mir nagt und knabbert. Sie ist wie ein Kakerlak, eine...

    Weiterlesen: Der Kakerlak

  • Kunst ist Verzweiflung (2047)

    Eine unangenehme Leere ist in mir. Ich bin Traurigkeit. Sinnlos erscheint mir jegliches Bemühen. Viel wird gesprochen. Bewegung jeden Tag ist Pflicht. Energie wird eingesetzt, um mindestens einen Schritt voran zu gehen. Der Weg strengt an, als wäre er aus zähem Morast. Doch gegangen, wirklich vorwärts gekommen, das bin ich nicht. Jeden Schritt zähle ich. Ich habe viele Schritte getan, da bin ich mir...

    Weiterlesen: Kunst ist...

  • Die neue Kindheit (1525)

    Ist das Leben nicht mehr, als nur die ständige und leidvolle Auseinandersetzung mit der Umwelt? Selbst eine sanfte Berührung, sie ist Leiden auf ganz kleinem Niveau. Es ist ein Leiden, das wir fast immer zu tolerieren bereit sind. Wir reiben uns. Mit jeder Bewegung gleiten wir aneinander und berühren uns. Ob an Wasser, an der Luft, an den duftenden Molekülen in unserer Nase oder der Haut, wir...

    Weiterlesen: Die neue...

  • Die Finsternis (1824)

    Überall Finsternis, Dunkelheit und unendliche Schwärze. Lichtlosigkeit ist voller Geheimnisse und wilder Dämonen. Unsichtbare Augen überall, beobachten mich. Fratzen gaffen. Besorgt wende ich mich um. Überall Schwärze, keine Hoffnung. Ich habe Angst, fürchte mich vor der Wildheit geifernder Tiere. Ein Biss, ein Hieb, reißende Zähne, sie erscheinen mir überall. Ich will fliehen und kann es nicht....

    Weiterlesen: Die Finsternis

  • Der Sommerhof (1726)

    Die Luft ist herrlich warm. Es ist überhaupt nicht schwül. Völlig verflogen scheint die Spannung in der Luft vom Tag. Es ist eine wunderbare Sommernacht. Das Zirpen einer Grille ist zu hören. Aus vielen geöffneten Fenstern kann man leise die Geräusche der Fernseher hören. Alles ist so friedlich an diesem lauen Sommerabend. Es ist einer dieser ganz seltenen Abende, an dem man einfach nur eine...

    Weiterlesen: Der Sommerhof

Topliste Kurzprosa

Autor Kontakt

Nutzungsbedingungen

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Yberseh ist ein rein privates Projekt von

Alexander Rossa
Durlacher Strasse 100
68219 Mannheim
Mail (mail @ alexanderrossa.de)

Yberseh auf Facebook