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Ich bin kein Flüchtling und bin sehr froh darüber. Doch ich mache mir viele Gedanken über die Menschenmassen, die in unser Land strömen. Sie sind beängstigend und wirken bedrohlich. Es sind nicht nur die vielen Menschen, sondern auch die fremden Kulturen und die fremden Sprachen, die mich verunsichern. Werden sie unseren Frieden gefährden, Arbeitsplätze und unseren Wohlstand bedrohen? Diese seltsamen Menschen, werden sie uns verachten und dann in der Nacht im Schlaf, über uns herfallen...?

Sicher sind das alles diese Überlegungen, die man anstellen kann, wenn man beim Abendbrot vor dem Fernseher sitzend, mit diesen Bildern zu den gewaltigen Flüchtlingsströmen konfrontiert wird. Sie sind auch erschreckend und sicher nicht unproblematisch. Klare Sache. Fremde Menschenmassen können Einschränkungen und Veränderungen bringen und von uns tatsächlich so etwas Erstaunliches, wie »Mitmenschlichkeit« verlangen.

Mitmenschlichkeit? Ja, diese Flüchtlinge sind tatsächlich Mitmenschen von uns allen, auch von mir, da ich selbst auch ein Mensch bin. Sie haben Gefühle, Ängste, Träume und sitzen in dem gleichen Boot »Leben«, wie auch wir selbst sitzen. Doch unsere Plätze auf diesem alten Nachen, sie sind zurzeit tatsächlich nur viel besser, friedvoller und sicherer. Was von den Booten der Flüchtlinge zu halten ist, das kann man derzeit im Mittelmeer erleben. Täglich sterben dort Menschen. Die Touristenstrände am Mittelmeer, sie sind nicht wirklich weit weg von dem Geschehen. Angeschwemmte Flüchtlingsleichen könnten sicher einige Urlaubsreisen mächtig versauen. Wie groß muß die Verzweiflung dieser Menschen sein, solche Strapazen und Risiken auf sich zu nehmen, nur um ein wenig Frieden für ihr Leben und das Leben ihrer Familie zu erobern? Ja, sie pflegen und hegen immer wieder und wieder ihre Hoffnung auf ein wenig Glück im Leben. Sie haben nichts anderes. Die Kinder haben oft nicht einmal eine Puppe, an die sie sich in der Nacht kuscheln können, wenn sie sich auf der Flucht fürchten. Es ist übrigens genau die gleiche Hoffnung auf Glück, die wir wohl alle irgendwie kennen und pflegen, nur das unsere Version von Glück sich oft in dem Wunschhaus, dem Traumauto und dem Partypool im Garten ausmachen läßt. Doch es ist die gleiche Hoffnung, deren Flamme jedoch erst durch Not und Verzweiflung zu einem schmerzhaften Herzenbrand entfacht wird.

Dabei können wir Europäer uns derzeit wirklich recht glücklich schätzen. Kriege und Verfolgung sind hässliche Fratzen auf dieser Welt, die man keinem Kind, auch keinem Erwachsenen und nicht einmal seinem Haustier zumuten darf. Jene dieser grässlichen Fratzen zugrunde liegende Mißgunst und dieser widerwärtige Hass, sie sind aus dem gleichen vergifteten Gedankenbrunnen entstanden, wie auch die verächtliche Neigung, Schutz suchende Mitmenschen abzuweisen, sie zu verfolgen und zu bedrohen. Liegt denn das Grauen des letzten Weltkriegs inzwischen wieder so weit hinter uns, daß viele unserer Mitmenschen schlicht vergessen haben was es heißt, um das eigene Leben zu bangen, um das Überleben zu kämpfen, zu hungern, schutz- und heimatlos zu sein?

Offenbar haben alle unsere teuren Mahnmale und Gedenktage versagt, wenn viele Menschen in diesem Land heute dazu übergehen, Flüchtlingsheime anzuzünden, Frauen und Kinder zu bedrohen. Ich wohne mit meiner Familie seit zwanzig Jahren in einem multikulturell besiedelten Plattenbau. Es hatte während dieser ganzen Zeit immer wieder auch Zwistigkeiten und Streit gegeben. Man war genervt und hat seine Mitmenschen nicht selten innerlich verflucht. Doch ich möchte nicht daran denken wie es in einem Plattenbau abgelaufen wäre, in dem nur deutsche Mitbürger leben. Ich habe in all der Zeit auch viel Wärme, Verbundenheit und gegenseitiges Interesse erfahren dürfen. Zudem kann ich darüber nachdenken und grübeln wie ich nur mag, ich muß einfach ehrlich bemerken, daß es in all der Zeit keinen Unterschied machte, welche Hautfarbe, Nationalität oder Religion die Menschen hatten. Viele sind mir einfach schrecklich auf den Geist gegangen, aber ebenso viele von ihnen haben mich auch zum Lachen gebracht, waren furchtbar nett und haben meine Familie beschützt. Oftmals habe ich auch um die Schicksale meiner Nachbarn mit gebangt, sie haben mich berührt, ich habe mich still mit ihnen gefreut oder mir um sie, Sorgen gemacht. Viele wissen das nicht, da ich ein eher stiller und unauffälliger Mensch bin. Menschen sind nun einmal verschieden und man kann durchaus lernen, an dieser Vielfalt der Menschen Freude zu haben. Allerdings gehört dazu auch ein wenig Selbstkritik und die Fähigkeit, sich selbst nicht immer ganz so ernst zu nehmen.

Wenn ich mir die Situation mit den Flüchtlingen zurzeit so betrachte, und ich bin wirklich kein politisch engagierter Mann, dann fällt mir auf, dass wir offenbar ein ganz anderes Problem haben. Wir haben Politiker, die wirklich emotional aufreibende Reden schwingen können, ihre Gestiken geschult und rhetorisch hochglanz poliert sind. Finde ich absolut gut. Doch während der ganzen letzten Jahre haben sie es offenbar irgendwie leider versäumt, sich auf diese Flüchtlingsströme vorzubereiten. Dabei habe ich bereits vor Ewigkeiten darüber gelesen, dass es genauso kommen sollte, wie es zurzeit eben tatsächlich auch in Europa eingesetzt hat. Wie ein auf dem Rücken liegender Käfer, so erscheint mir die derzeitige Reaktion unserer Regierung auf die anschwellenden Flüchtlingsströme. Es fällt mir dabei auf, dass es nicht die Flüchtlinge sind, die mir Sorge bereiten, sondern unsere Unfähigkeit mit diesen Schutzbedürftigen menschlich, würdevoll und sinnvoll umzugehen. Zum einen finde ich nicht, dass es eine Schande ist, sich führend in Europa proaktiv und positiv um Flüchtlinge zu bemühen und den Menschen Perspektiven zu bieten, zum anderen sehe ich in dieser eher unfreiwilligen Zuwanderung auch viele Chancen für unser Land, wären wir doch nur in der Lage, diese Chancen auch effektiv zu nutzen. Der Bund der Steuerzahler wird sicher leicht belegen können, daß unsere Politiker so viel Geld sinnlos zum Fenster herauswerfen, daß es wahrscheinlich vernünftiger wäre, dieses in eine anständige Flüchtlings- und Verständigungspolitik zu investieren. Doch zu dem Thema werden leider, im dezenten Vergleich zur derzeit schallenden Flüchtlingsdebatte, nur sehr wenige Stimmen laut. Ich bin ein ganz einfacher Mann, verstehe das eben einfach nicht. Aber vielleicht wird es mir irgendwann einmal jemand erklären...

Wenn es allen gut geht, dann ist es relativ einfach, miteinander auszukommen. Allerdings nur solange, bis man sich neue Erregungsthemen gesucht hat, die man immer wieder finden wird. Bei uns leben nun mehr Menschen, denen es nicht gut geht. Damit meine ich nicht nur Flüchtlinge. Man könnte es doch auch als eine Art Herausforderung sehen, diese Menschen zu stärken und partnerschaftlich miteinander umzugehen und auf sie zuzugehen. Oft ist es bereits hilfreich, einfach nur ein respektvolles Miteinander anzustreben. Bemühen wir uns doch, uns gegenseitig besser zu verstehen, weil dadurch eben viele Vorurteile abgebaut werden. Eigentlich gibt es diese ganzen Nationalitäten und Grenzen ohnehin nur in unseren Köpfen. Es sind anerzogene Gebilde aus vergangen Zeiten. Die Natur hat diese Grenzen und Länder in ihrem Plan nicht vorgesehen. Sie sind unsinnig. Mir ist es völlig egal, welche Hautfarbe, Nationalität oder Religion ein Mensch hat, wenn man sich gegenseitig mit Respekt behandelt und sich einander bereitwillig zuhört. Meine Mutter sagte früher immer: »Fieslinge gibt es überall.«, und sie hatte damit wohl recht. Ich bin schon vielen begegnet. Sie findet man in jeder Gesellschaft und in jedem Kulturkreis. Alle Menschen pauschal zu verurteilen, das ist völlig unangebracht. Doch wenn viele unserer Mitmenschen ihre Türen und ihre Augen vor Menschen in Not verschließen und deren Leid sogar vergrößern, Häuser in Brand setzen, dabei auch vor Kindern nicht Halt machen, sogar Stacheldraht und Zäune hochziehen, dann ist die Zeit gekommen, die Flüchtenden zu beschützen und sich mutig vor sie zu stellen. Denn sie haben keine Lobby, sind oft traumatisiert und stehen ganz alleine in einem fremden Land und mitten in einer Gesellschaft, deren Sprache sie nicht verstehen, deren Kultur und deren Produkte ihnen fremd und oftmals unheimlich sind. Wie schön wäre es doch, wenn wir sie lächelnd an die Hand nehmen würden, um ihnen unser schönes Land vorzustellen und ihnen ein wenig ihre Furcht nehmen könnten.

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Der Autor

Mein Name ist Alexander Rossa. Ich bin 49 Jahre alter Künstler, glücklich verheiratet, habe bereits erwachsene Kinder und schreibe bereits seit gefühlten Ewigkeiten Bücher. Zudem bin ich Spezialist für Neue Medien und Internet. Man sagt mir ein extrem sensibles und empathisches Wesen, als auch eine sehr gute Beobachtungsgabe nach. Sie sind die Basis meiner Kreativiät und triggern meine Phantasie. Ich habe ein sehr bewegtes Leben mit viel Tragik und Enttäuschungen hinter mir, ein Umstand, den man in meinen Arbeiten an so manchen Stellen wiederfinden wird. Sie sollen Menschen mit ähnlichen Erlebnissen versichern, dass sie nicht alleine stehen... 
 

AR

Die Arbeiten

Mein Ziel ist es, möglichst vielen Menschen das Lesen meiner Geschichten und Abenteuern zu ermöglichen. Sie sollen auch für Menschen zugänglich sein, die sich Literatur finanziell vielleicht nicht leisten können. Ebenso soll man meine Arbeiten im Zug, der Strassenbahn, im Bus, im Wohnzimmer oder Restaurant, also überall, lesen können. Daher wird es auf Yberseh.de immer kostenlose Arbeiten von mir geben und das Layout wird stets eher puristisch sein. Sollten Verlage an einer seriösen Zusammenarbeit und dem richtigen Autorenaufbau meiner Person interessiert sein, wäre ich über eine Offerte erfreut. Ich habe inzwischen sehr, sehr viele Texte. :) 

Haben euch meine Arbeiten gefallen, erzählt bitte anderen Menschen davon oder verlinkt diese Seite im Internet. Die Downloads und Eurer Feedback, sie sind mein Lohn und meine Motivation für das Weiterschreiben.

Weitere Bücher von mir findet ihr im gut sortierten Buchhandel, wie z.B. mein Erstlingswerk Die Narrenfibel (Hermetik) , Der E-Komplex (Emotionale Intelligenz), Nornenauge (Hermetik) und Gespensterleben (paranormale Phänomene).

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